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Das 1. Buch der Könige: Einführung und alle 22 Kapitel

Das 1. Buch der Könige hat 22 Kapitel. Es erzählt von der Herrschaft Salomos und dem Bau des Tempels in Jerusalem, von der Teilung in die Reiche Israel und Juda und von den Auftritten des Propheten Elia. Es endet mit dem Tod König Ahabs und dem Beginn der Herrschaft seines Sohnes Ahasja.

Behauene Kalksteinblöcke und Zedernbalken auf einer antiken Baustelle auf einem Hügel im frühen Morgenlicht
Bild: KI-generiert

Am Anfang des 1. Buches der Könige ist David alt und kann nicht mehr warm werden. Am Ende ist das Reich, das er seinem Sohn hinterlassen hat, in zwei Staaten zerfallen: Israel im Norden mit der Hauptstadt Samaria und Juda im Süden mit Jerusalem. Dazwischen liegen 22 Kapitel über Salomo, den Bau des Tempels, die Teilung des Reiches und den Propheten Elia. Den Bibeltext liest du hier in der gemeinfreien Lutherbibel von 1912 [3], jedes Kapitel auf einer eigenen Seite. Die Übersicht steht am Ende dieser Einführung.

Name und Stellung in der Bibel

Im Hebräischen heißen die Königebücher Melachim, "Könige". Im Tanach gehören sie zu den vorderen Propheten [1]. Die Teilung in ein 1. und ein 2. Buch kam erst im Mittelalter auf. Die Rabbinerbibel, die Daniel Bomberg 1517 druckte, hat bereits zwei Bücher. Dass Samuel und Könige getrennte Werke waren, belegen schon die Schriftrollen vom Toten Meer. Die griechische Septuaginta fasst Samuel und Könige als vier "Bücher der Königtümer" zusammen, das 1. Buch der Könige ist dort das dritte. Die heutige Kapiteleinteilung geht auf Stephen Langton zurück, der Anfang des 13. Jahrhunderts lebte [1].

In der Lutherbibel folgt das Buch auf das 2. Buch Samuel und setzt dessen Erzählung fast nahtlos fort. Fortgesetzt wird es im 2. Buch der Könige, das bis zur Zerstörung Jerusalems reicht [1].

Inhalt im Überblick

Die Königebücher gliedern sich in drei Hauptteile. Im 1. Buch stehen die ersten beiden: Die Kapitel 1 bis 11 handeln von Salomo, ab Kapitel 12 erzählt das Buch die Geschichte der beiden Reiche nebeneinander. Dieser zweite Teil reicht bis 2. Könige 17, dem Fall Samarias, der dritte (2. Könige 18 bis 25) behandelt Juda allein [1].

Ein großes Becken aus Bronze auf gegossenen Rindern aus Bronze in einem Steinhof bei warmem Nachmittagslicht
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Salomo wird König (Kapitel 1 bis 4)

Davids Sohn Adonia lässt sich als Nachfolger ausrufen. Auf Betreiben des Propheten Nathan und Bath-Sebas bestimmt David jedoch Salomo, und der Priester Zadok salbt ihn mit dem Ölhorn (1,39). In Kapitel 2 stirbt David. Er war 40 Jahre König, sieben in Hebron und 33 in Jerusalem (2,11) [3]. In Gibeon erscheint Gott Salomo im Traum. Salomo bittet um "ein gehorsames Herz, daß er dein Volk richten möge und verstehen, was gut und böse ist" (3,9). Gleich danach folgt das Urteil im Streit zweier Frauen um ein Kind, das als salomonisches Urteil sprichwörtlich wurde. Kapitel 4 schreibt Salomo 3000 Sprüche und 1005 Lieder zu (4,32) [3].

Tempel und Palast (Kapitel 5 bis 10)

Für den Bau schließt Salomo ein Abkommen mit Hiram, dem König von Tyrus, der Zedernholz liefert. Der Tempelbau beginnt nach Kapitel 6 "im vierhundertachtzigsten Jahr nach dem Ausgang der Kinder Israel aus Ägyptenland" (6,1), an seinem eigenen Haus baut Salomo 13 Jahre (7,1) [3]. Kapitel 8 schildert die Weihe des Tempels. Die Bundeslade wird hineingetragen, und Salomo betet: "Siehe, der Himmel und aller Himmel Himmel können dich nicht fassen; wie sollte es denn dies Haus tun, das ich gebaut habe?" (8,27) [3]. Die Weihe des Tempels ist das Zentrum der Salomo-Erzählung [1]. In Kapitel 10 besucht die Königin von Reicharabien Salomo, um ihn "mit Rätseln" zu prüfen [3]. Sie ist auch als Königin von Saba bekannt [4].

Salomos Ende und die Reichsteilung (Kapitel 11 bis 16)

Kapitel 11 nennt 700 Frauen und 300 Nebenfrauen Salomos, die "sein Herz" zu anderen Göttern neigten (11,3). Nach 40 Jahren Herrschaft stirbt er [3]. Das Buch deutet die Teilung des Reiches als Strafe dafür, dass Salomo fremde Kulte duldete [1]. Sein Sohn Rehabeam will in Sichem die Lasten des Volkes nicht verringern. Die Nordstämme sagen sich los: "Was haben wir für Teil an David oder Erbe am Sohn Isais?" (12,16). Sie machen Jerobeam zum König, nur Juda bleibt beim Haus David. Jerobeam stellt in Beth-El und Dan je ein goldenes Kalb auf, damit seine Leute nicht mehr nach Jerusalem gehen (12,28 bis 29) [3]. Die Kapitel 13 bis 16 führen die Könige beider Reiche auf. Omri kauft den Berg Samaria und baut dort seine Hauptstadt (16,24), sein Sohn Ahab regiert 22 Jahre [3].

Elia und Ahab (Kapitel 17 bis 22)

Mit Kapitel 17 tritt Elia, "der Thisbiter", auf und kündigt Ahab eine Dürre an. Er lebt bei einer Witwe in Zarpath bei Sidon. Auf dem Berg Karmel stellt er das Volk vor die Wahl: "Wie lange hinkt ihr auf beide Seiten? Ist der HERR Gott, so wandelt ihm nach; ist's aber Baal, so wandelt ihm nach" (18,21) [3]. Danach flieht er vor Isebel zum Berg Horeb. Dort ziehen Wind, Erdbeben und Feuer vorüber, doch der HERR ist in keinem davon. Danach kommt "ein stilles, sanftes Sausen" (19,12). Am Ende von Kapitel 19 wirft Elia seinen Mantel über Elisa, der hinter zwölf Jochen pflügt [3]. Die Kapitel 20 bis 22 erzählen von Ahabs Kriegen mit den Syrern, von Naboths Weinberg und von der letzten Schlacht, in der Ahab stirbt (22,37). Das Buch schließt mit Josaphat von Juda und Ahabs Sohn Ahasja [3].

Wie das Buch die Könige bewertet

Das Buch beurteilt jeden König nach religiösen Maßstäben, politischer oder wirtschaftlicher Erfolg zählt dabei kaum. So beschreibt es die Einleitung der US-amerikanischen katholischen Bischofskonferenz [2]. Alle Könige des Nordreichs werden verurteilt, weil sie an den Heiligtümern Jerobeams festhalten, der "Sünde Jerobeams" [1, 2]. Bei den Königen Judas wechseln Untreue und Reformen. Von Asa heißt es etwa, er "tat was dem HERRN wohl gefiel, wie sein Vater David" (15,11) [3]. Selbst bei guten Königen Judas bleiben die Opferstätten auf den Höhen ein Thema [2].

Ein felsiger Bergrücken über dem Meer bei Sonnenuntergang mit einem einfachen Altar aus unbehauenen Steinen
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Viele Absätze folgen einem festen Muster: Regierungsantritt mit einer Datierung nach dem König des anderen Reiches, Dauer der Herrschaft, Urteil, Hinweis auf eine Chronik, Tod und Nachfolger. Ein Beispiel ist der Satz über Josaphat, der "im vierten Jahr Ahabs, des Königs Israels" König wurde (22,41) [3].

Quellen, die das Buch selbst nennt

Das Buch verweist mehrfach auf Werke, die heute verloren sind. Über Salomo heißt es, das Übrige stehe "in der Chronik von Salomo" (11,41). Für die Könige des Nordreichs nennt es die "Chronik der Könige Israels" (14,19), für Juda die "Chronik der Könige Juda's" (14,29) [3]. Die Einleitung der Bischofskonferenz sieht darin Hinweise auf ältere Unterlagen, vielleicht aus Archiven, die der Verfasser benutzt hat [2]. Auf diese Annalen spielt auch der hebräische Name der Chronikbücher an, wie die Seite zum 1. Buch der Chronik erklärt.

Wie das Buch entstanden ist

Martin Noth beschrieb die Königebücher 1943 als Abschluss eines großen Geschichtswerks, das vom 5. Buch Mose bis zum 2. Buch der Könige reicht. Man nennt es das deuteronomistische Geschichtswerk. Nach Noth entstand es während des Exils. Frank Moore Cross nahm dagegen zwei Ausgaben an, eine vor und eine während des Exils [1]. Die Endfassung kann frühestens nach 561 vor Christus entstanden sein, weil das 2. Buch der Könige mit der Begnadigung des gefangenen Königs Jojachin endet [1].

Gerollte Pergamentrollen auf Regalen in einem dämmrigen Archivraum aus Stein mit einem Lichtstrahl und Tonkrügen
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Die US-Bischofskonferenz hält eine erste Ausgabe gegen Ende der Herrschaft Josias (640 bis 609 vor Christus) für möglich, die heutige Gestalt stamme aus der Zeit des Exils [2]. Der babylonische Talmud schreibt die Königebücher dem Propheten Jeremia zu [1]. Später diente das Werk dem Verfasser der Chronikbücher als Vorlage [2].

Zusammen mit dem 2. Buch der Könige führt das Buch die Geschichte Israels bis zum Exil weiter. Die Einleitung der Bischofskonferenz beschreibt es als Geschichtswerk und als wichtige Quelle für die Reiche Israel und Juda, zugleich als Erzählung, die genaues Lesen verlangt. Beides, die Darstellung der Geschichte und die erzählerische Gestaltung, sei von einer bestimmten religiösen Weltsicht geprägt. An manchen Stellen tritt die geschichtliche Genauigkeit hinter die Zeichnung der Personen und die Dramatik zurück [2].

Personen im 1. Buch der Könige

Die Namen folgen der Schreibweise der Lutherbibel von 1912 [3].

PersonRolleKapitel
Davidalter König, stirbt in Kapitel 21 bis 2
SalomoSohn Davids, König über ganz Israel1 bis 11
Nathan, Bath-Seba, ZadokProphet, Mutter Salomos, Priester1
HiramKönig von Tyrus5, 9
Königin von ReicharabienBesucherin Salomos10
RehabeamSohn Salomos, König von Juda11 bis 14
Jerobeamerster König des Nordreichs11 bis 14
Omri und AhabKönige von Israel in Samaria16 bis 22
IsebelFrau Ahabs16, 18 bis 19, 21
Elia und ElisaPropheten17 bis 19, 21

Mehr über Elia und die anderen Propheten steht auf der Seite Die Propheten des Alten Testaments. Den historischen Hintergrund der beiden Reiche beschreibt geschichte.domain-root.de unter Israel und Juda in der Antike, das Land der Königin von Saba unter Das alte Südarabien und das Reich von Saba.

Die Kapitel im Überblick

Die Zitate auf dieser Seite behalten die Schreibweise von 1912, etwa "daß" oder "Juda's". Bekannt sind vor allem die Kapitel 3 (Salomos Traum und Urteil), 8 (Tempelweihe), 10 (Besuch aus Reicharabien) und 17 bis 19 (Elia). Einige Sprüche, die Salomo zugeschrieben werden, stehen im Buch der Sprüche Salomos.

Alle Kapitel: 1. Könige

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  14. 14
  15. 15
  16. 16
  17. 17
  18. 18
  19. 19
  20. 20
  21. 21
  22. 22
  1. Bücher der Könige. Wikipedia. Stand 07.10.2025. abgerufen am 29.10.2026
  2. Organisation 1 Kings, Introduction (New American Bible, Revised Edition). United States Conference of Catholic Bishops. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  3. Organisation Lutherbibel 1912 (deu1912). eBible.org. Stand 29.12.2025. abgerufen am 29.10.2026
  4. Königin von Saba. Wikipedia. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.