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König David: was die Bibel über ihn erzählt

David ist nach den Büchern Samuel der zweite König Israels, ein Hirte aus Bethlehem, der Saul nachfolgt und Jerusalem zur Hauptstadt macht. Seine Geschichte steht in 1. Samuel 16 bis 1. Könige 2, eine zweite Fassung in den Chronikbüchern. Ob und in welchem Umfang er als König historisch greifbar ist, ist in der Forschung umstritten; eine Inschrift aus Tel Dan, die ins 9. oder frühe 8. Jahrhundert vor Christus datiert wird, nennt nach der Lesung der meisten Forscher ein "Haus David".

Grüne Hügel bei einem alten Steindorf in der Morgendämmerung, auf einem Hang weidet eine Schafherde an einer Trockenmauer
Bild: KI-generiert

Die Bücher Samuel erzählen von David ab 1. Samuel 16, die Erzählung reicht bis zu seinem Tod im 2. Kapitel des 1. Buchs der Könige. Die Chronikbücher bieten eine zweite, kürzere Fassung. Er erscheint darin als Hirte und Musiker, als Heerführer und Flüchtling, als König und als Vater, dessen Familie zerbricht. Nach Wikipedia soll er um 1000 vor Christus gelebt haben [1]. Die Zitate folgen der Lutherbibel von 1912 und ihrer Schreibweise [5].

Herkunft und Salbung

David stammt nach 1. Samuel 17,12 aus Bethlehem. Sein Vater "hieß Isai; der hatte acht Söhne" (1. Samuel 17,12) [5]. Die Erzählung beginnt damit, dass der Prophet Samuel nach Bethlehem geschickt wird, um unter den Söhnen Isais einen neuen König zu salben. Der Text begründet die Wahl mit dem Satz "ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der HERR aber sieht das Herz an" (1. Samuel 16,7) [5]. Keiner der älteren Brüder wird gewählt. Der jüngste fehlt, denn "er hütet die Schafe" (1. Samuel 16,11). Samuel salbt ihn "mitten unter seinen Brüdern" (1. Samuel 16,13) [5].

Ein gebogenes Widderhorn mit Olivenöl liegt auf einem flachen Stein auf einer Weide im weichen Morgenlicht
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Noch im selben Kapitel kommt David an den Hof Sauls. Ein Diener beschreibt ihn als einen, "der ist des Saitenspiels kundig" (1. Samuel 16,18). Wenn Saul von einem bösen Geist gequält wird, "so nahm David die Harfe und spielte mit seiner Hand" (1. Samuel 16,23) [5].

David und Goliath

Der Kampf mit Goliath steht in 1. Samuel 17. Die Philister schicken einen Riesen "mit Namen Goliath von Gath" in den Zweikampf (1. Samuel 17,4). Saul hält David für zu jung: "du bist ein Knabe, dieser aber ist ein Kriegsmann von seiner Jugend auf" (1. Samuel 17,33). David antwortet dem Philister: "ich aber komme zu dir im Namen des HERRN Zebaoth" (1. Samuel 17,45). Dann "nahm einen Stein daraus und schleuderte und traf den Philister an seine Stirn" (1. Samuel 17,49) [5].

Ein trockener felsiger Talgrund mit schmalem Bachbett und glatten runden Kieseln im Vordergrund im grellen Mittagslicht
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Eine zweite Stelle nennt einen anderen Sieger. In 2. Samuel 21,19 heißt es, El-Hanan aus Bethlehem "schlug" in einem späteren Krieg "den Goliath, den Gathiter" (2. Samuel 21,19). Das 1. Buch der Chronik macht daraus "den Lahemi, den Bruder Goliaths" (1. Chronik 20,5) [5]. Die englische Wikipedia nennt dazu zwei Deutungen: Einige Forscher halten El-Hanan für den ursprünglichen Sieger, dessen Tat später David zugeschrieben wurde. Die Fassung der Chronik sehen die meisten Forscher als nachträglichen Ausgleich der beiden Stellen [4].

Am Hof Sauls und auf der Flucht

Nach dem Sieg singen die Frauen: "Saul hat tausend geschlagen, aber David zehntausend" (1. Samuel 18,7). Saul "sah David sauer an von dem Tage und hinfort" (1. Samuel 18,9) [5]. Zugleich beginnt die Freundschaft mit Sauls Sohn Jonathan: "Und Jonathan und David machten einen Bund miteinander" (1. Samuel 18,3). David heiratet Sauls Tochter Michal. Als Saul ihn töten lassen will, "ließ ihn Michal durchs Fenster hernieder" (1. Samuel 19,12) [5].

Es folgen Jahre auf der Flucht, zuletzt sogar bei den Philistern. Zweimal hat David nach der Erzählung die Gelegenheit, Saul zu töten, und verschont ihn, weil er "den Gesalbten des HERRN" nicht angreifen will (1. Samuel 24,7, bei eBible als 24,6 gezählt) [5]. Saul und Jonathan fallen schließlich im Kampf gegen die Philister am Gebirge Gilboa. Davids Klagelied über beide steht in 2. Samuel 1. Über Jonathan heißt es dort: "deine Liebe ist mir sonderlicher gewesen, denn Frauenliebe ist" (2. Samuel 1,26) [5].

König in Hebron und Jerusalem

Zuerst salben die Männer Judas David in Hebron "zum König über das Haus Juda" (2. Samuel 2,4). Später kommen alle Ältesten Israels, "und sie salbten David zum König über Israel" (2. Samuel 5,3). Die Zahlen gibt der Text gleich mit: "Dreißig Jahre war David alt, da er König ward, und regierte vierzig Jahre" (2. Samuel 5,4), davon sieben Jahre und sechs Monate in Hebron und 33 Jahre in Jerusalem (2. Samuel 5,5) [5]. Wikipedia nennt für seine Herrschaft die Jahre 1008 bis 965 vor Christus [1].

Jerusalem gehört bis dahin den Jebusitern. Nach 2. Samuel 5,7 gewinnt David "die Burg Zion, das ist Davids Stadt" (2. Samuel 5,7). Er lässt die Bundeslade in die Stadt bringen und tanzt dabei so ausgelassen, dass Michal ihn "verachtete" (2. Samuel 6,16) [5]. In 2. Samuel 7 überbringt der Prophet Nathan eine Zusage für Davids Nachkommen: "dein Haus und dein Königreich soll beständig sein ewiglich vor dir" (2. Samuel 7,16) [5]. Aus dieser Zusage entwickelte sich nach Wikipedia die messianische Erwartung, die im Judentum große Bedeutung hat [1]. Den Tempel baut nach der Bibel erst sein Sohn Salomo. Die Chronik nennt als Grund das Wort an David: "Du hast viel Blut vergossen und große Kriege geführt" (1. Chronik 22,8) [5].

Batseba und der Prophet Nathan

In 2. Samuel 11 sieht David vom Dach seines Palastes eine Frau beim Baden. Es ist "Bath-Seba, die Tochter Eliams, das Weib des Urias, des Hethiters" (2. Samuel 11,3) [5]. Er lässt sie holen, sie wird schwanger. Darauf schreibt er seinem Feldherrn Joab: "Stellt Uria an den Streit, da er am härtesten ist" (2. Samuel 11,15), und Uria fällt [5].

Nathan stellt David mit einer Geschichte zur Rede: Ein reicher Mann nimmt einem Armen sein einziges Schaf. David verurteilt den Reichen, und Nathan antwortet: "Du bist der Mann!" (2. Samuel 12,7). David gesteht: "Ich habe gesündigt wider den HERRN" (2. Samuel 12,13) [5]. Batseba wird später die Mutter Salomos.

Absalom und die letzten Jahre

Die Kapitel 13 bis 20 des 2. Buchs Samuel erzählen von Krisen in Davids Familie. Sein Sohn Absalom gewinnt die Leute im Tor für sich, "und stahl also das Herz der Männer Israels" (2. Samuel 15,6). Er lässt sich in Hebron zum König ausrufen, David flieht aus Jerusalem (2. Samuel 15,14) [5]. Im Kampf stirbt Absalom gegen Davids Befehl. Joab wird gemeldet: "der König weint und trägt Leid um Absalom" (2. Samuel 19,1) [5].

Am Anfang des 1. Buchs der Könige ist David alt, "wohl betagt" und "konnte er nicht mehr warm werden" (1. Könige 1,1). Nach einem Streit um die Nachfolge setzt er Salomo ein. Dann heißt es: "Also entschlief David mit seinen Vätern und ward begraben in der Stadt Davids" (1. Könige 2,10) [5]. Mehr dazu steht in der Einführung zum 2. Buch Samuel.

StationStelle
Salbung durch Samuel1. Samuel 16
Kampf mit Goliath1. Samuel 17
Jonathan, Michal, Flucht vor Saul1. Samuel 18 bis 30
Klage über Saul und Jonathan2. Samuel 1
König in Hebron, Eroberung Jerusalems2. Samuel 2 bis 5
Bundeslade, Zusage Nathans2. Samuel 6 und 7
Batseba und Uria2. Samuel 11 und 12
Aufstand Absaloms2. Samuel 15 bis 19
Nachfolge Salomos, Tod1. Könige 1 und 2

David und die Psalmen

In der hebräischen Bibel tragen 73 Psalmen die Angabe "le-David", in der griechischen Übersetzung, der Septuaginta, sind es zehn mehr [3]. Die Lutherbibel übersetzt die Angabe als "Ein Psalm Davids", so etwa beim 23. Psalm (Psalm 23,1) [5]. Die hebräische Präposition kann aber auch "für David" oder "zu David gehörig" bedeuten. Nach dem Wikipedia-Artikel "Davidpsalm" besteht in der Forschung Konsens, dass David diese Psalmen nicht verfasst hat. Die Überschriften gelten seit dem 19. Jahrhundert meist als später hinzugefügt [3]. Auch die englische Wikipedia schreibt, dass sich kein Psalm sicher David zuschreiben lässt [2].

Eine alte hölzerne Leier mit Darmsaiten lehnt im warmen Abendlicht an einer weiß gekalkten Wand
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Einige Überschriften verbinden einen Psalm mit einer Szene aus Davids Leben. Psalm 51 ist überschrieben mit "da der Prophet Nathan zu ihm kam, als er war zu Bath-Seba eingegangen" (Psalm 51,2) [5]. In der hier verwendeten Zählung gilt diese Überschrift als Vers 1 und 2, das Gebet "Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte" beginnt mit Vers 3 (Psalm 51,3). Die Ausgabe der Lutherbibel 1912 auf eBible.org zählt die Überschrift nicht mit und führt denselben Satz als Vers 1, jede Versnummer in Psalm 51 liegt dort also um zwei niedriger [5]. Bekannte Psalmen stellt die Seite Bekannte Psalmen und wie man sie liest vor.

Was die Forschung über David sagt

Ob David gelebt hat und wie groß sein Reich war, wird in der Forschung unterschiedlich beantwortet. Die deutsche Wikipedia hält fest, dass keine archäologischen Funde vorliegen, die sich mit Sicherheit seiner Person zuordnen lassen [1]. Die Erzählungen sind nach derselben Quelle deutlich später entstanden, das Buch Samuel vermutlich zur Zeit des Königs Josia. Die englische Wikipedia schreibt, einige Forscher hielten die Bücher Samuel für im Wesentlichen am Ende des 7. Jahrhunderts vor Christus verfasst [1, 2].

Ein Grabungsschnitt mit freigelegten Steinfundamenten auf einem Hügel, Werkzeuge und Eimer am Rand im Nachmittagslicht
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1993 wurde in Tel Dan eine Inschrift gefunden. Die meisten Forscher lesen darin "Haus David" [2]. Die deutsche Wikipedia datiert sie um 840 vor Christus, die englische ins späte 9. oder frühe 8. Jahrhundert. Nach der deutschen Wikipedia zeigt sie, dass die Könige Judas damals als zum Haus David gehörig galten [1, 2]. Auf der Mescha-Stele aus Moab lasen André Lemaire und Émile Puech 1994 ebenfalls "Haus David". Israel Finkelstein, Nadav Na'aman und Thomas Römer schlossen diese Lesung 2019 aus, Michael Langlois bestätigte später die Lesung von Lemaire [2].

Zum Umfang des Reiches nennt die englische Wikipedia mehrere Positionen. Finkelstein und Neil Asher Silberman sehen in David eher den Anführer eines Häuptlingstums im Bergland. Amihai Mazar beschreibt die vereinte Monarchie als einen Staat im Entstehen. William Dever schreibt, die meisten Archäologen hielten sie heute für kaum mehr als ein Häuptlingstum im Bergland. Avraham Faust und Zev Farber dagegen meinen, David habe durch Eroberungen ein kleines Imperium errichtet [2]. Für Jerusalem zur Zeit Davids rechnet die deutsche Wikipedia mit weniger als 1.500 Einwohnern [1]. Den geschichtlichen Rahmen beschreibt die Seite Israel und Juda in der Antike auf geschichte.domain-root.de.

David im Neuen Testament und in anderen Religionen

Das Matthäusevangelium beginnt mit dem Satz "Dies ist das Buch von der Geburt Jesu Christi, der da ist ein Sohn Davids" (Matthäus 1,1). Der Stammbaum führt über "Boas zeugte Obed von der Ruth" (Matthäus 1,5) bis zu "Jesse zeugte den König David" (Matthäus 1,6) [5]. Beim Einzug in Jerusalem ruft die Menge "Hosianna dem Sohn Davids!" (Matthäus 21,9). Wikipedia erklärt die Bedeutung Davids im Christentum damit, dass Jesus als Messias "Sohn Davids" genannt wird [1]. Die Herkunft Jesu nach den Evangelien beschreibt die Seite Jesus von Nazareth in den Evangelien, Davids Urgroßmutter die Einführung zum Buch Ruth.

Im Koran heißt David Dāwūd. Wikipedia nennt Stellen, an denen er Goliat besiegt (Sure 2), als Richter auftritt (Sure 21) und als Waffenschmied beschrieben wird (Sure 34) [1].

  1. David. Wikipedia. Stand 17.10.2026. abgerufen am 29.10.2026
  2. David. Wikipedia (englisch). Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  3. Davidpsalm. Wikipedia. Stand 22.09.2023. abgerufen am 29.10.2026
  4. Goliath. Wikipedia (englisch). Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  5. Organisation Lutherbibel 1912 (deu1912). eBible.org. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.