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Johannes der Täufer in der Bibel

Johannes der Täufer war ein jüdischer Bußprediger, der um 27/28 oder 29/30 nach Christus am Jordan auftrat und zur Vergebung der Sünden taufte. Nach den Evangelien taufte er auch Jesus. Sowohl die Evangelien als auch der Geschichtsschreiber Flavius Josephus berichten, dass Herodes Antipas ihn gefangen nehmen und hinrichten ließ.

Eine ruhige Biegung eines schmalen Flusses mit Schilf und Tamarisken an beiden Ufern im trockenen Jordantal im Abendlicht
Bild: KI-generiert

Johannes der Täufer steht in allen vier Evangelien am Anfang der Geschichte Jesu. Die Evangelien schildern ihn als Prediger in der Wüste, der zur Umkehr aufrief und im Jordan taufte. Auch der jüdische Geschichtsschreiber Flavius Josephus erwähnt ihn ebenfalls [1]. Nach Wikipedia wurde er etwa 5 vor Christus geboren und starb um 30 oder vor 36 nach Christus in der Festung Machärus [1]. Die Zitate folgen der Lutherbibel von 1912 und ihrer Schreibweise [3].

Ankündigung und Geburt nach Lukas

Nur das Lukasevangelium erzählt von seiner Herkunft. Sein Vater war "ein Priester von der Ordnung Abia, mit Namen Zacharias", seine Mutter hieß Elisabeth (Lukas 1,5). Die beiden "hatten kein Kind; denn Elisabeth war unfruchtbar, und waren beide wohl betagt" (Lukas 1,7) [3]. Nach Lukas kündigt ein Engel dem Zacharias im Tempel einen Sohn an, "des Namen sollst du Johannes heißen" (Lukas 1,13). Der Sohn werde "Wein und starkes Getränk" nicht trinken und gehen "im Geist und Kraft des Elia" (Lukas 1,15 bis 17) [3].

Johannes und Jesus sind nach Lukas verwandt, denn der Engel nennt Elisabeth gegenüber Maria "deine Gefreunde" (Lukas 1,36). Bei der Beschneidung am achten Tag will die Familie das Kind nach dem Vater nennen. Elisabeth widerspricht, und Zacharias schreibt auf eine Tafel: "Er heißt Johannes" (Lukas 1,63) [3]. Das Kapitel endet mit dem Satz "er war in der Wüste, bis daß er sollte hervortreten vor das Volk Israel" (Lukas 1,80). Ob er dort in der Gemeinschaft von Qumran lebte, lässt sich nach Wikipedia historisch nicht nachweisen [1].

Predigt und Taufe am Jordan

Lukas datiert das Auftreten des Johannes genau: "In dem fünfzehnten Jahr des Kaisertums Kaisers Tiberius, da Pontius Pilatus Landpfleger in Judäa war" (Lukas 3,1) [3]. Wikipedia rechnet daraus einen Beginn um 27/28 oder 29/30 nach Christus [1]. Markus fasst sein Wirken zusammen: "Johannes, der war in der Wüste, taufte und predigte von der Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden" (Markus 1,4) [3].

Flaches klares Flusswasser fließt an einer Furt über glatte Steine, im Hintergrund Wüstenhügel unter blassem Himmel
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Die Evangelien beschreiben auch, wie er lebte. Er "hatte ein Kleid von Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Lenden; seine Speise aber war Heuschrecken und wilder Honig" (Matthäus 3,4) [3]. Viele kamen zu ihm hinaus, "und ließen sich taufen von ihm im Jordan und bekannten ihre Sünden" (Matthäus 3,6). Seine Predigt war scharf. Die Pharisäer und Sadduzäer redet er bei Matthäus mit "Ihr Otterngezüchte" an (Matthäus 3,7), und er warnt: "Es ist schon die Axt den Bäumen an die Wurzel gelegt" (Matthäus 3,10) [3].

Bei Lukas fragen ihn die Leute: "Was sollen wir denn tun?" (Lukas 3,10). Die Antworten sind praktisch. Wer zwei Röcke hat, soll einen abgeben (Lukas 3,11). Den Zöllnern sagt er: "Fordert nicht mehr, denn gesetzt ist" (Lukas 3,13), den Soldaten: "Tut niemand Gewalt noch Unrecht und laßt euch genügen an eurem Solde" (Lukas 3,14) [3].

Die Evangelien beziehen auf ihn ein Wort aus dem Buch Jesaja: "Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet dem HERRN den Weg" (Jesaja 40,3). Matthäus zitiert es in fast gleichem Wortlaut (Matthäus 3,3), bei Johannes sagt der Täufer es über sich selbst (Johannes 1,23) [3].

Die Taufe Jesu

Johannes kündigt einen an, der nach ihm kommt und "stärker denn ich" ist (Matthäus 3,11) [3]. Dann kommt Jesus aus Galiläa an den Jordan. Bei Matthäus will Johannes ihn zunächst nicht taufen: "Ich bedarf wohl, daß ich von dir getauft werde, und du kommst zu mir?" (Matthäus 3,14) [3]. Dass Johannes Jesus getauft hat, nimmt nach der englischen Wikipedia die Mehrheit der Bibelwissenschaftler an [2]. Im Johannesevangelium sagt der Täufer beim Anblick Jesu: "Siehe, das ist Gottes Lamm, welches der Welt Sünde trägt!" (Johannes 1,29) [3]. Wie die Taufe in das Leben Jesu passt, zeigt die Seite Jesus von Nazareth in den Evangelien.

Johannes, seine Jünger und Jesus

Nach den Evangelien hatte Johannes eigene Jünger. Im Johannesevangelium folgten zwei von ihnen Jesus nach, als der Täufer auf ihn zeigte. Einer davon war "Andreas, der Bruder des Simon Petrus" (Johannes 1,40) [3]. Die englische Wikipedia hält fest, dass mehrere Berichte im Neuen Testament frühe Anhänger Jesu als frühere Anhänger des Johannes nennen [2]. Später, als Jesus selbst Jünger um sich sammelt, sagt Johannes: "Er muß wachsen, ich aber muß abnehmen" (Johannes 3,30) [3].

Aus dem Gefängnis lässt Johannes Jesus bei Matthäus fragen: "Bist du, der da kommen soll, oder sollen wir eines anderen warten?" (Matthäus 11,3). Jesus sagt über ihn: "Unter allen, die von Weibern geboren sind, ist nicht aufgekommen, der größer sei denn Johannes der Täufer" (Matthäus 11,11) [3]. Noch Jahre später trifft Paulus nach der Apostelgeschichte in Ephesus Jünger, die auf die Frage nach ihrer Taufe antworten: "Auf die Taufe des Johannes" (Apostelgeschichte 19,3) [3].

Wie eng Johannes und Jesus verbunden waren, beurteilt die Forschung unterschiedlich. Die Literaturliste der deutschen Wikipedia führt ein Buch des Theologen Josef Ernst, das fragt, ob Johannes der Lehrer Jesu gewesen sei. Nach dem Johannesevangelium taufte auch Jesus, "wiewohl Jesus selber nicht taufte, sondern seine Jünger" (Johannes 4,2) [1, 3]. Ob Johannes zu den Essenern gehörte, ist offen. Einige Forscher halten ihn für einen Essener oder für jemanden, der mit der Gemeinschaft von Qumran in Verbindung stand [2]. Nach der deutschen Wikipedia lässt sich ein Aufenthalt in Qumran historisch nicht belegen [1].

Johannes und der Prophet Elia

Das Alte Testament endet in der Lutherbibel mit dem Propheten Maleachi. Dort heißt es: "Siehe, ich will euch senden den Propheten Elia, ehe denn da komme der große und schreckliche Tag des HERRN" (Maleachi 4,5) [3]. Die Kapitelzählung von Maleachi ist nicht einheitlich. Die Lutherbibel 1912 auf eBible.org führt die letzten sechs Verse als eigenes Kapitel 4 und vermerkt bei jedem Vers die Zählung der hebräischen Bibel, in der diese Verse als Maleachi 3,19 bis 24 zum dritten Kapitel gehören. Vers 4,n entspricht dort 3,n+18, Maleachi 4,5 ist also Maleachi 3,23 [3].

Ein grobes Gewand aus braunem Kamelhaar und ein schlichter Ledergürtel liegen auf einem flachen Felsen in der Wüste
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Die Evangelien greifen diese Erwartung unterschiedlich auf. Bei Matthäus sagt Jesus über Johannes: "er ist Elia, der da soll zukünftig sein" (Matthäus 11,14). Im Johannesevangelium dagegen fragen Priester und Leviten den Täufer "Bist du Elia?", und er antwortet: "Ich bin's nicht" (Johannes 1,21) [3]. Auch die Kleidung verbindet beide. Von Elia heißt es im 2. Buch der Könige, er habe "einen ledernen Gürtel um seine Lenden" getragen (2. Könige 1,8), dieselben Worte stehen bei Matthäus 3,4 über Johannes [3].

Gefangenschaft und Tod

Nach Markus und Lukas kritisierte Johannes Herodes Antipas, den Landesherrn von Galiläa, weil dieser Herodias geheiratet hatte, die Frau seines Bruders. "Es ist nicht recht, daß du deines Bruders Weib habest", sagt Johannes nach Markus (Markus 6,18) [3]. Daraufhin ließ Herodes ihn nach Lukas 3,20 gefangen setzen. Markus erzählt, wie die Tochter der Herodias beim Geburtstagsmahl des Herodes tanzt und sich etwas wünschen darf. Ihre Mutter rät ihr: "Das Haupt Johannes des Täufers" (Markus 6,24). Herodes "war betrübt", hält aber sein Versprechen (Markus 6,26), und der Henker "enthauptete ihn im Gefängnis" (Markus 6,27) [3]. Seine Jünger "nahmen seinen Leib, und legten ihn in ein Grab" (Markus 6,29) [3]. Einen Namen der Tochter nennt Markus nicht.

Die Ruinen einer Bergfestung über dem Toten Meer mit Steinmauern und weitem Blick über das Wasser bei Sonnenuntergang
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Flavius Josephus erzählt die Hinrichtung in seinen Jüdischen Altertümern (Buch 18) anders. Bei ihm ist Johannes ein guter Mann, der zu Tugend und zur Taufe aufrief. Herodes habe gefürchtet, sein Ansehen beim Volk könne zu einem Aufstand führen, und ihn deshalb in der Festung Machärus am Toten Meer gefangen setzen und töten lassen [1, 2]. Die Herodias-Geschichte kommt bei Josephus als Anlass nicht vor. Josephus berichtet außerdem, dass manche Juden die spätere Niederlage des Herodes gegen den Nabatäerkönig Aretas als Strafe für die Hinrichtung deuteten [1]. Wikipedia datiert die Hinrichtung auf 28/29 oder 31/32 [1].

ThemaStellen
Ankündigung und GeburtLukas 1
Predigt in der Wüste und TaufeMatthäus 3, Markus 1, Lukas 3, Johannes 1
Taufe JesuMatthäus 3,13 bis 17, Markus 1,9 bis 11, Lukas 3,21 bis 22
Zeugnis über JesusJohannes 1,19 bis 36 und 3,22 bis 30
Anfrage aus dem GefängnisMatthäus 11,2 bis 19, Lukas 7,18 bis 35
TodMatthäus 14,1 bis 12, Markus 6,14 bis 29
Jünger des Johannes in EphesusApostelgeschichte 19,1 bis 7

Nachwirkung

Nach Matthäus hält Herodes Jesus später für den auferstandenen Johannes: "Dieser ist Johannes der Täufer; er ist von den Toten auferstanden" (Matthäus 14,2) [3]. Die Mandäer, eine kleine Religionsgemeinschaft, führen ihre Religion auf Johannes zurück und sehen in ihm ihren wichtigsten Propheten [1, 2]. Im Koran heißt er Yahya. Die Geschichte seiner Geburt steht dort in Sure 3 und Sure 19 [1].

Die Kirchen erinnern an zwei Tagen an ihn. Am 24. Juni, dem Johannistag, feiern sie seine Geburt, am 29. August seine Enthauptung [1]. Wie Maria in der Bibel vorkommt, beschreibt die Seite Maria, die Mutter Jesu, in der Bibel.

  1. Johannes der Täufer. Wikipedia. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  2. John the Baptist. Wikipedia (englisch). Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  3. Organisation Lutherbibel 1912 (deu1912). eBible.org. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.