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Jesus von Nazareth in den Evangelien

Jesus von Nazareth war ein Jude aus Galiläa, von dem vor allem die vier Evangelien des Neuen Testaments erzählen. Nach der Forschung wurde er wahrscheinlich zwischen 7 und 4 vor Christus geboren, von Johannes dem Täufer getauft und um das Jahr 30 unter Pontius Pilatus in Jerusalem gekreuzigt. Die Evangelien entstanden einige Jahrzehnte später, nach Wikipedia die ersten drei meist nach dem Jahr 70, das Johannesevangelium um 100.

Ein ruhiges Seeufer in der Morgendämmerung mit kleinen Holzbooten auf Kieseln, gegenüber flache grüne Hügel im Dunst
Bild: KI-generiert

Über das Leben von Jesus von Nazareth berichten vor allem die vier Evangelien nach Matthäus, Markus, Lukas und Johannes. Sie erzählen von einem Mann aus einem Dorf in Galiläa, der umherzog, lehrte, Kranke heilte und in Jerusalem gekreuzigt wurde. Die weitaus meisten Historiker des Neuen Testaments halten es nach Wikipedia für gesichert, dass Jesus gelebt hat, und ordnen ihn in das Judentum seiner Zeit ein [1]. Die Zitate folgen der Lutherbibel von 1912 und ihrer Schreibweise, etwa "Jesum" und "daß" [2]. Wie Judentum, Christentum mit seinen Konfessionen und Islam Jesus deuten, behandelt die Seite nicht; sie folgt den Evangelien und der historischen Forschung dazu. Wie Jesus im Koran dargestellt wird, beschreibt die Seite Jesus im Koran auf koran.domain-root.de.

Die Quellen

Die drei ersten Evangelien, nach Matthäus, Markus und Lukas, ähneln sich in Aufbau und Wortlaut stark. Man nennt sie die synoptischen Evangelien. Wikipedia schreibt, dass sie meist auf die Zeit nach dem Jahr 70 datiert werden, weil sie auf die Zerstörung des Tempels anspielen. Das Johannesevangelium wird um 100 angesetzt [1]. Nach der Zweiquellentheorie nutzten Matthäus und Lukas das Markusevangelium und dazu eine Sammlung von Worten Jesu, die nicht erhalten ist. Die Forschung nennt sie Logienquelle Q und setzt ihre Niederschrift zwischen 40 und 70 an [1].

Lukas sagt am Anfang selbst, wie er gearbeitet hat. Schon viele hätten "Bericht zu geben von den Geschichten" versucht (Lukas 1,1), und er habe "alles von Anbeginn mit Fleiß erkundet" (Lukas 1,3) [2]. Das Johannesevangelium nennt seinen Zweck am Schluss: "Diese aber sind geschrieben, daß ihr glaubet, Jesus sei Christus, der Sohn Gottes" (Johannes 20,31) [2].

Außerhalb des Neuen Testaments erwähnt der jüdische Geschichtsschreiber Flavius Josephus Jesus um 93 oder 94 zweimal in seinen "Jüdischen Altertümern". Die längere Stelle, das Testimonium Flavianum, gilt heute als von Christen überarbeitet. Ihr vermutlich echter Kern beschreibt einen Lehrer, den Pilatus zum Tod am Kreuz verurteilte. Die zweite Stelle nennt Jakobus einen Bruder Jesu, "der Christus genannt wird". Ob diese Wendung von Josephus selbst stammt, ist umstritten [1]. Der römische Geschichtsschreiber Tacitus schreibt um 117, der Name der Christen gehe auf Christus zurück, den Pilatus unter Kaiser Tiberius hinrichten ließ. Ob er dafür römische oder christliche Quellen hatte, ist unklar [1].

Geburt und Herkunft

Von der Geburt erzählen nur Matthäus und Lukas. Bei Matthäus heißt es: "Da Jesus geboren war zu Bethlehem im jüdischen Lande, zur Zeit des Königs Herodes" (Matthäus 2,1) [2]. Lukas verbindet die Geburt mit einer Steuerschätzung unter Kaiser Augustus. Joseph zieht mit Maria von Nazareth nach Bethlehem, "darum daß er von dem Hause und Geschlechte Davids war" (Lukas 2,4). Dort legt Maria das Kind "in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge" (Lukas 2,7) [2]. Beide Erzählungen stellt die Seite Die Weihnachtsgeschichte nach Lukas und Matthäus nebeneinander.

Ein kleines Dorf aus Steinhäusern mit flachen Dächern an einem Hang zwischen Olivenbäumen im warmen Nachmittagslicht
Bild: KI-generiert

Ein Geburtsdatum nennt das Neue Testament nicht. Wikipedia gibt an, Jesus sei wahrscheinlich zwischen 7 und 4 vor Christus geboren [1]. Als Heimat nennen alle Evangelien Nazareth in Galiläa, nach archäologischen Funden ein unbedeutendes Dorf mit höchstens 400 Einwohnern [1]. Die Geburtsgeschichten gelten in der Forschung nach Wikipedia meist als Legenden. Viele Historiker nehmen an, dass Jesus in Nazareth geboren wurde und die Geburt später nach Bethlehem verlegt wurde, um ihn als Messias auszuweisen [1]. In Nazareth sprechen die Leute nach Markus von ihm als "der Zimmermann, Marias Sohn, und der Bruder des Jakobus und Joses und Judas und Simon" (Markus 6,3) [2]. Wie die Brüder Jesu gedeutet werden, steht auf der Seite Maria, die Mutter Jesu, in der Bibel.

Taufe und erste Predigt

Am Anfang seines öffentlichen Wirkens steht in allen vier Evangelien Johannes der Täufer. Bei Markus heißt es, dass Jesus "aus Galiläa von Nazareth kam und ließ sich taufen von Johannes im Jordan" (Markus 1,9) [2]. Die Taufe durch Johannes gilt nach Wikipedia als historisches Ereignis [1]. Die Evangelien erzählen weiter, dass Jesus nach der Taufe den Geist wie eine Taube herabkommen sah und eine Stimme hörte: "Du bist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe" (Markus 1,11) [2]. Lukas gibt an, Jesus sei damals "ungefähr dreißig Jahre alt" gewesen (Lukas 3,23) [2]. Mehr über den Täufer steht auf der Seite Johannes der Täufer.

Nach der Gefangennahme des Johannes beginnt Jesus bei Markus in Galiläa zu predigen. Die Botschaft fasst Markus in einem Satz zusammen: "Die Zeit ist erfüllet, und das Reich Gottes ist herbeigekommen. Tut Buße und glaubt an das Evangelium" (Markus 1,15) [2].

Wirken in Galiläa

Ein Zentrum ist nach Markus die Stadt Kapernaum am See Genezareth. Dort lehrt Jesus am Sabbat in der Synagoge, die Luther "Schule" nennt (Markus 1,21), und die Zuhörer wundern sich, "denn er lehrte gewaltig und nicht wie die Schriftgelehrten" (Markus 1,22) [2]. Er wählt einen engeren Kreis von Jüngern: "Und er ordnete die Zwölf, daß sie bei ihm sein sollten" (Markus 3,14) [2]. Wer zu den Zwölf gehörte, zeigt die Seite Die zwölf Apostel.

Die Ruinen einer antiken Synagoge aus hellem Kalkstein mit Säulenbasen und Stufen nahe einem See im Morgenlicht
Bild: KI-generiert

Lukas erzählt, wie Jesus in Nazareth "nach seiner Gewohnheit am Sabbattage" in der Synagoge aus dem Propheten Jesaja liest (Lukas 4,16). Die Stelle beginnt mit "Der Geist des HERRN ist bei mir" (Lukas 4,18), und Jesus sagt danach: "Heute ist diese Schrift erfüllt vor euren Ohren" (Lukas 4,21) [2].

Die Evangelien überliefern Reden, Gleichnisse und Wundererzählungen. Die Bergpredigt bei Matthäus beginnt mit "Selig sind, die da geistlich arm sind" (Matthäus 5,3) und enthält das Gebot "Liebet eure Feinde" (Matthäus 5,44) [2]. Auf die Frage nach dem höchsten Gebot zitiert Jesus bei Markus das "Höre Israel" (Markus 12,29) und fügt hinzu: "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst" (Markus 12,31) [2]. Ausführlich behandeln diese Themen die Seiten Die Bergpredigt und die Seligpreisungen, Die Gleichnisse Jesu und Die Wunder Jesu.

Fragen nach Jesus in den Evangelien

Wer Jesus ist, wird in den Evangelien selbst gefragt. Bei Cäsarea Philippi fragt er seine Jünger: "Wer sagen die Leute, daß ich sei?" (Markus 8,27). Sie nennen Johannes den Täufer, Elia oder einen der Propheten. Petrus antwortet: "Du bist Christus!" (Markus 8,29) [2]. Beim Verhör fragt der Hohepriester nach Markus: "Bist du Christus, der Sohn des Hochgelobten?", und Jesus antwortet "Ich bin's" (Markus 14,61 bis 62) [2].

Jerusalem, Prozess und Kreuzigung

Die Passionsgeschichte spielt in allen vier Evangelien in Jerusalem zur Zeit des Passafestes. Nach Markus treibt Jesus im Tempel die Händler aus und stößt die Tische der Geldwechsler um. Daraufhin suchen die Schriftgelehrten und Hohenpriester, "wie sie ihn umbrächten" (Markus 11,18) [2]. Es folgen das letzte Mahl mit den Jüngern, die Gefangennahme, das Verhör vor dem Hohen Rat und der Prozess vor dem römischen Statthalter Pontius Pilatus.

Alte Stadtmauern aus hellem Stein mit einem schmalen Tor in der Dämmerung, warmes Licht im Torbogen
Bild: KI-generiert

Die Kreuzigung ist bei Markus knapp erzählt: "Und es war um die dritte Stunde, da sie ihn kreuzigten" (Markus 15,25). Über dem Kreuz stand als Anklage "Der König der Juden" (Markus 15,26) [2]. Bei Johannes lautet die Aufschrift "Jesus von Nazareth, der Juden König" (Johannes 19,19). Seine letzten Worte geben die Evangelien unterschiedlich wieder. Bei Lukas ruft er: "Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände!" (Lukas 23,46) [2]. Die Kreuzigung durch die Römer galt in der Forschung nach Wikipedia lange als unstrittig. Als Todesjahr nennt der Artikel 30 oder 31, die meisten Forscher halten 30 für wahrscheinlich [1]. Die Ereignisse dieser Tage beschreibt die Seite Die Passionsgeschichte.

Das leere Grab

Am Morgen nach dem Sabbat finden nach Markus drei Frauen das Grab offen. Ein junger Mann sagt zu ihnen: "Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten; er ist nicht hier" (Markus 16,6). Die Frauen fliehen. "Und sie sagten niemand etwas, denn sie fürchteten sich" (Markus 16,8) [2]. Matthäus, Lukas und Johannes erzählen darüber hinaus von Begegnungen mit dem Auferstandenen, etwa auf dem Weg nach Emmaus (Lukas 24,13 bis 35). Die Berichte der vier Evangelien vergleicht die Seite Die Auferstehung Jesu in den Evangelien.

Ein in den Fels gehauener Grabeingang in einem Garten, ein großer runder Stein ist zur Seite gerollt, frühes Morgenlicht
Bild: KI-generiert

Die Stationen in den vier Evangelien

Nicht jedes Evangelium erzählt jede Station. Markus beginnt mit der Taufe, Johannes mit einem Prolog über das Wort, und nur Matthäus und Lukas erzählen von der Geburt.

StationMatthäusMarkusLukasJohannes
Geburt1 und 2fehlt1 und 2fehlt
Taufe durch Johannes3131 (erzählt vom Täufer)
Berufung der Jünger4 und 101 und 35 und 61
Große Rede5 bis 7 (Bergpredigt)fehlt6 (Feldrede)fehlt
Bekenntnis des Petrus16896
Einzug in Jerusalem21111912
Prozess und Kreuzigung26 und 2714 und 1522 und 2318 und 19
Leeres Grab28162420

Am Ende des Johannesevangeliums steht der Satz, es gebe "viele andere Dinge, die Jesus getan hat" (Johannes 21,25). Wer die Texte selbst lesen will, beginnt mit dem kürzesten Evangelium, dem Markusevangelium mit 16 Kapiteln. Die Ausbreitung der Bewegung nach seinem Tod beschreibt auf geschichte.domain-root.de die Seite Die Ausbreitung des Christentums.

  1. Jesus von Nazaret. Wikipedia. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  2. Organisation Lutherbibel 1912 (deu1912). eBible.org. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.