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Das 2. Buch Mose (Exodus): Einführung und alle 40 Kapitel

Das 2. Buch Mose, auch Exodus genannt, ist das zweite Buch der Bibel und hat 40 Kapitel. Es erzählt, wie Mose die Israeliten aus der Knechtschaft in Ägypten zum Berg Sinai führt, wo Gott ihnen die Zehn Gebote gibt und einen Bund mit ihnen schließt. Den Schluss bildet der Bau des tragbaren Heiligtums.

Ein weites rötliches Wüstental bei Sonnenaufgang mit einer staubigen Spur, die zu fernen Granitbergen führt
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Das 2. Buch Mose beginnt mit einem Satz, der die Lage umkehrt: "Da kam ein neuer König auf in Ägypten, der wußte nichts von Joseph" (1,8). Die Nachkommen Jakobs, die am Ende des 1. Buches Mose als Gäste ins Land gekommen waren, werden nun zu Zwangsarbeitern. Darauf folgen der Säugling im Kästchen aus Rohr, der brennende Dornbusch, die Plagen, der Weg durch das Meer, das Manna in der Wüste und die Zehn Gebote am Sinai [3, 4]. Die 40 Kapitel stehen hier in der Lutherbibel von 1912. Jedes Kapitel hat eine eigene Seite, die Übersicht steht am Ende dieser Einführung.

Name und Stellung in der Bibel

Im Hebräischen heißt das Buch nach seinen ersten Worten Schemot, "Namen". Das griechische Exodos und das lateinische Exodus bedeuten "Auszug" und meinen den Auszug der Israeliten aus Ägypten. Die Bezeichnung "2. Buch Mose" geht vor allem auf Luthers Übersetzung zurück [1]. Exodus ist das zweite Buch der Tora, also der fünf Bücher Mose, und setzt die Geschichte fort, die das 1. Buch Mose mit Josef und seiner Familie in Ägypten beendet hat [1, 3].

Ein Verfasser wird im Buch nicht genannt. Jüdische und christliche Tradition sahen Mose als Autor der fünf Bücher. Diese Sicht vertreten heute vor allem orthodoxe Juden und ein Teil der evangelikalen Christen [1]. Mehr dazu im Abschnitt über die Entstehung weiter unten.

Inhalt im Überblick

Die Einleitung der katholischen Bischofskonferenz der USA teilt das Buch in acht Abschnitte. Die Tabelle folgt ihrer Gliederung, die Kapitelgrenzen sind auf ganze Kapitel gerundet [3].

Ein kleiner geflochtener Korb aus Schilf zwischen hohen Papyrusstängeln am Ufer eines ruhigen Flusses im Morgendunst
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KapitelAbschnittWichtige Stellen
1 bis 2Unterdrückung in ÄgyptenFronarbeit, Geburt und Flucht des Mose
3 bis 7Berufung des MoseDornbusch, Gottesname, erste Begegnung mit dem Pharao
7 bis 13Kampf mit dem PharaoPlagen, Passah
13 bis 15Rettung am MeerDurchzug, Lied des Mose und der Mirjam
15 bis 18Weg durch die Wüste zum SinaiManna und Wachteln, Wasser aus dem Felsen, Jethros Rat
19 bis 31Bund und Gesetze am SinaiZehn Gebote, Bundesbuch, Anweisungen für das Heiligtum
32 bis 34Abfall und Erneuerung des BundesGoldenes Kalb, neue Tafeln
35 bis 40Bau des HeiligtumsAusführung der Anweisungen, Wolke über der Wohnung

Knechtschaft und Berufung (Kapitel 1 bis 7)

Der Pharao lässt die Israeliten Frondienst leisten. Laut 1,11 bauen sie "dem Pharao die Städte Pithon und Raemses zu Vorratshäusern". Weil das Volk trotzdem wächst, befiehlt er, alle neugeborenen hebräischen Söhne ins Wasser zu werfen (1,22) [4]. Ein Kind aus dem Stamm Levi wird in einem Kästchen aus Rohr am Ufer ausgesetzt und von der Tochter des Pharaos gefunden. Sie nennt es Mose, "denn sie sprach: Ich habe ihn aus dem Wasser gezogen" (2,10) [4].

Als Erwachsener erschlägt Mose einen Ägypter und flieht nach Midian, wo er die Schafe seines Schwiegervaters Jethro hütet. In Kapitel 3 spricht Gott aus einem brennenden Dornbusch zu ihm und beauftragt ihn, das Volk herauszuführen. Auf die Frage nach seinem Namen antwortet Gott: "ICH WERDE SEIN, DER ICH SEIN WERDE" (3,14). Die Lutherbibel gibt den Gottesnamen sonst als "HERR" in Großbuchstaben wieder, auch im folgenden Vers 3,15 [4]. Mose wendet ein, er könne nicht gut reden. Daraufhin wird ihm sein Bruder Aaron als Sprecher an die Seite gestellt [4].

Plagen, Passah und Auszug (Kapitel 7 bis 15)

Mose und Aaron fordern vom Pharao: "Laß mein Volk ziehen" (5,1). Der Pharao weigert sich, und es folgen zehn Plagen: Das Wasser des Nils wird zu Blut, dann kommen Frösche, Mücken, Stechfliegen, eine Viehseuche, Geschwüre, Hagel, Heuschrecken und eine dreitägige Finsternis. Die zehnte Plage ist der Tod aller Erstgeburt in Ägypten [1, 4]. Vor dieser letzten Plage ordnet Kapitel 12 das Passahmahl an. Das Fest soll "zum Gedächtnis" gefeiert werden (12,14). Bis heute erinnert das jüdische Pessachfest an den Auszug [2, 4].

Laut 12,37 ziehen "sechshunderttausend Mann zu Fuß ohne die Kinder" aus, Vers 40 nennt 430 Jahre Aufenthalt in Ägypten [4]. Am Meer holen die ägyptischen Streitwagen das Volk ein. Ein starker Ostwind legt das Wasser die ganze Nacht über trocken, die Israeliten gehen hindurch, die Verfolger ertrinken (14,21 bis 28). Luther spricht in 13,18 vom "Schilfmeer" [4]. Welches Gewässer gemeint ist, lässt sich nicht sicher bestimmen [1]. Kapitel 15 bringt das Siegeslied des Mose. Seine Schwester Mirjam, "die Prophetin", stimmt mit den Frauen den Kehrvers an: "Roß und Mann hat er ins Meer gestürzt" (15,21) [4].

Wüste und Sinai (Kapitel 15 bis 24)

In der Wüste murrt das Volk über Hunger und Durst. Es bekommt Wachteln und Manna. Der Name wird in 16,15 erklärt: "Man hu? (Das heißt: Was ist das?)". Das Manna war "wie Koriandersamen und weiß und hatte den Geschmack wie Semmel mit Honig" (16,31) [4]. In Kapitel 18 rät Jethro dem überlasteten Mose, Richter über tausend, hundert, fünfzig und zehn Leute einzusetzen. Mose folgt dem Rat [4].

Im dritten Monat nach dem Auszug erreicht das Volk den Sinai (19,1). Kapitel 20 enthält die Zehn Gebote. Sie beginnen mit "Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus dem Diensthause, geführt habe" und enden mit dem Verbot, das Haus und die Habe des Nächsten zu begehren (20,17) [4]. Eine zweite Fassung steht im 5. Buch Mose, Kapitel 5. Wie die Gebote gezählt werden, erklärt die Seite Die Zehn Gebote.

Auf die Gebote folgt eine Sammlung von Rechtssätzen, das Bundesbuch (20,22 bis 23,33) [1]. Es regelt etwa Sklaverei, Körperverletzung, Diebstahl und den Schutz von Fremden, Witwen und Waisen. Hier steht auch der Satz "Auge um Auge, Zahn um Zahn" (21,24) [4]. In Kapitel 24 liest Mose dem Volk "das Buch des Bundes" vor, und das Volk antwortet: "Alles, was der HERR gesagt hat, das wollen wir tun und gehorchen" (24,7) [4].

Heiligtum und Goldenes Kalb (Kapitel 25 bis 40)

Vierzig Tage bleibt Mose auf dem Berg (24,18). Dort erhält er genaue Anweisungen für ein tragbares Heiligtum: "Und sie sollen mir ein Heiligtum machen, daß ich unter ihnen wohne" (25,8). Beschrieben werden die Lade aus Akazienholz, der Leuchter, der Altar, die Kleidung der Priester und die Weihe Aarons und seiner Söhne [4]. Luther nennt das Zelt "Wohnung" oder "Hütte des Stifts" [4].

Während Mose fort ist, drängt das Volk Aaron zu einem Gottesbild. Er gießt aus dem Gold ihrer Ohrringe ein Kalb, und das Volk ruft: "Das sind deine Götter, Israel, die dich aus Ägyptenland geführt haben!" (32,4). Mose zerbricht die Tafeln am Fuß des Berges (32,19). In Kapitel 34 werden neue Tafeln gehauen, und Gott stellt sich als "barmherzig und gnädig und geduldig und von großer Gnade und Treue" vor (34,6) [4]. Die Kapitel 35 bis 40 erzählen, wie das Heiligtum gebaut wird, und wiederholen dabei weitgehend die Anweisungen aus den Kapiteln 25 bis 31 [1]. Am Ende bedeckt eine Wolke das Zelt, "und die Herrlichkeit des HERRN füllte die Wohnung" (40,34) [4].

Personen im 2. Buch Mose

Im Mittelpunkt steht Mose, der von seiner Geburt in Kapitel 2 bis zum Schluss des Buches handelt. Die Tabelle nennt die übrigen wichtigen Gestalten und wo sie auftreten [4].

Eine Schafherde auf einem felsigen Berghang in der Wüste, daneben ein dorniger Strauch im Abendlicht
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PersonRolleWichtige Kapitel
MoseAnführer des Volkes, Mittler am Sinai2 bis 40
AaronBruder und Sprecher des Mose, erster Priester4 bis 12, 28 bis 29, 32
MirjamSchwester Aarons, singt nach dem Durchzug15
Der PharaoKönig von Ägypten, ohne Namen1 bis 14
JethroPriester in Midian, Schwiegervater des Mose3, 18
ZipporaFrau des Mose2, 4, 18
JosuaHeerführer gegen Amalek, Diener des Mose17, 24, 32 bis 33
Bezaleel und OholiabHandwerker des Heiligtums31, 35 bis 38

Den Lebensweg des Mose über das 2. Buch hinaus beschreibt die Seite Mose und der Auszug aus Ägypten. Auch der Koran erzählt von Mose, dem Pharao und dem Auszug, dazu mehr auf koran.domain-root.de unter Mose im Koran.

Wie das Buch entstanden ist

Die Bibelwissenschaft geht davon aus, dass das Buch nicht von einer Hand stammt und über lange Zeit gewachsen ist [2]. Lange galt die Theorie Julius Wellhausens, nach der mehrere Quellenschriften zusammengefügt wurden: ein jahwistisches Werk aus dem Südreich des 9. Jahrhunderts vor Christus, ein elohistisches aus dem Nordreich des 8. Jahrhunderts und die Priesterschrift aus dem 6. Jahrhundert. Bei der priesterlichen Bearbeitung wurde die Exoduserzählung nach diesem Modell um einige Plagen sowie um Sabbat und Passah erweitert [2]. Rainer Albertz betont, dass die Exodusgeschichte ursprünglich eine abgeschlossene eigene Erzählung war, die erst später in den Pentateuch eingebunden wurde [2].

In der Zeit des Babylonischen Exils wurde der Auszug zum Bild für die erhoffte Befreiung. Darauf greifen das Buch Jesaja in den Kapiteln 40 bis 55 und Hesekiel 20 zurück [2].

Was sich historisch sagen lässt

Das Buch nennt keinen Pharao beim Namen und gibt keinen klaren Hinweis auf eine bestimmte Zeit der ägyptischen Geschichte [2]. Ägyptische Quellen belegen, dass im Neuen Reich, etwa 1500 bis 1000 vor Christus, semitische Nomaden für Bauprojekte zur Arbeit gezwungen wurden. Auch die Flucht kleiner Gruppen ist bezeugt [2]. Als mögliche Vorbilder für den Pharao der Erzählung werden Ramses II., Merenptah und Ramses III. genannt [2].

Ruinen alter Tempelsäulen aus Sandstein in der ägyptischen Wüste unter klarem Himmel, Sand am Fuß der Säulen
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Archäologische Spuren eines Auszugs in der beschriebenen Größe fehlen. Nach dem Artikel "Auszug aus Ägypten" sprechen die archäologischen Untersuchungen und das Fehlen historischer Quellen gegen die Historizität der Ereignisse, die Frage wird aber kontrovers diskutiert [1, 2]. Der Ägyptologe Jan Assmann vermutet, dass sich in der Erzählung verschiedene Erinnerungen verbinden, etwa an die Hyksos, an die ägyptische Herrschaft in Kanaan und an die Wanderbewegungen der Seevölkerzeit [2].

Der älteste Beleg für den Namen Israel außerhalb der Bibel stammt aus Ägypten. Die Siegesstele des Pharaos Merenptah von 1208 vor Christus nennt Israel und kennzeichnet es mit dem Zeichen für eine Volksgruppe, nicht für ein Land oder eine Stadt. Die Stele steht heute im Ägyptischen Museum in Kairo [5]. Wie Ägypten zu dieser Zeit aussah, beschreibt geschichte.domain-root.de auf der Seite Das Alte Ägypten.

Die Kapitel im Überblick

Die Zitate auf dieser Seite folgen der Lutherbibel von 1912 mit ihrer damaligen Schreibweise, etwa "daß" und "Roß". Wer das Buch zum ersten Mal liest, kann mit den Kapiteln 1 bis 15 beginnen, die als zusammenhängende Erzählung gut lesbar sind. Kapitel 19 und 20 führen zum Sinai und zu den Geboten, Kapitel 32 bis 34 erzählen vom Goldenen Kalb. Danach geht es im 3. Buch Mose mit den Vorschriften für Opfer und Priester weiter.

Alle Kapitel: 2. Mose

  1. 1
  2. 2
  3. 3
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  10. 10
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  15. 15
  16. 16
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  19. 19
  20. 20
  21. 21
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  25. 25
  26. 26
  27. 27
  28. 28
  29. 29
  30. 30
  31. 31
  32. 32
  33. 33
  34. 34
  35. 35
  36. 36
  37. 37
  38. 38
  39. 39
  40. 40
  1. Exodus (Bibel). Wikipedia. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  2. Auszug aus Ägypten. Wikipedia. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  3. Organisation Exodus, Introduction (New American Bible, Revised Edition). United States Conference of Catholic Bishops. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  4. Organisation Lutherbibel 1912 (deu1912), 2. Mose. eBible.org. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  5. Merenptah-Stele. Wikipedia. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.