Das Alte TestamentRatgeber

Der Prophet Sacharja: Einführung und alle 14 Kapitel

Das Buch Sacharja hat 14 Kapitel und ist das elfte der zwölf kleinen Propheten. Die Kapitel 1 bis 8 stammen aus der Zeit des Tempelneubaus in Jerusalem ab 520 vor Christus und enthalten acht Visionen. Die Kapitel 9 bis 14 gelten als spätere Zusätze und enthalten Worte über den kommenden König, die das Neue Testament aufgreift.

Ein goldener Leuchter mit sieben Lampen zwischen zwei Olivenbäumen an einem stillen Hang bei Nacht unter Sternen
Bild: KI-generiert

"Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm, und reitet auf einem Esel und auf einem jungen Füllen der Eselin." (9,9) [3]. Das Matthäusevangelium bezieht diesen Vers auf den Einzug Jesu in Jerusalem [2, 4]. Er steht im Buch Sacharja, das 14 Kapitel hat [2]. Es beginnt mit nächtlichen Visionen aus der Zeit, als die Heimkehrer aus dem Exil den Tempel in Jerusalem neu bauten. Hier liest du es in der Lutherbibel von 1912. Jedes Kapitel hat eine eigene Seite, die Übersicht steht am Ende dieser Einführung.

Wer war Sacharja?

Das Buch nennt ihn "Sacharja, dem Sohn Berechjas, des Sohnes Iddos, dem Propheten" (1,1) [3]. Das Buch Esra erwähnt ihn zusammen mit Haggai: "Es weissagten aber die Propheten Haggai und Sacharja, der Sohn Iddos" (Esra 5,1) [5]. Nach der deutschen Wikipedia stammte Sacharja aus einer Priesterfamilie, war vermutlich selbst Priester und zur Zeit des Hohenpriesters Jojakim Oberhaupt seiner Familie [1]. Er war ein Zeitgenosse des Propheten Haggai [1, 2].

Die Zeit des Sacharja

Die erste Datierung lautet: "Im achten Monat des zweiten Jahres des Königs Darius" (1,1) [3]. Gemeint ist Darius I. Die deutsche Wikipedia rechnet das in Oktober oder November 520 vor Christus um, zwei Monate nach Haggais erstem Auftreten [1]. Die Visionen sind auf den "vierundzwanzigsten Tage des elften Monats, welcher ist der Monat Sebat" im selben Jahr datiert (1,7), das letzte Datum führt "im vierten Jahr des Königs Darius" in den Monat Chislev (7,1) [3]. In diese Zeit fällt der Wiederaufbau des Tempels [1, 2]. Im Buch klagt der Engel des HERRN, Gott sei über Jerusalem und die Städte Juda's zornig gewesen "diese siebzig Jahre" (1,12) [3]. Den Hintergrund der persischen Herrschaft beschreibt geschichte.domain-root.de auf der Seite Das Perserreich.

Steinmetzen setzen von hinten gesehen frische Kalksteinblöcke auf alte Tempelfundamente bei Morgenlicht, daneben Holzgerüst
Bild: KI-generiert

Aufbau des Buches

Das Buch zerfällt in zwei deutlich verschiedene Teile. Die Kapitel 1 bis 8 sind datiert und kreisen um Tempelbau und Neubeginn. Die Kapitel 9 bis 14 beginnen mit einer neuen Überschrift, "Dies ist die Last" (9,1), die in 12,1 noch einmal steht [1, 3]. Viele Forscher teilen sie deshalb weiter in die Kapitel 9 bis 11 und 12 bis 14 [1, 2].

KapitelAbschnittInhalt
1,1 bis 6Ruf zur Umkehr"Kehret euch zu mir"
1,7 bis 6,15Acht VisionenReiter, Hörner, Messschnur, Josua, Leuchter, Brief, Epha, Wagen
7 bis 8Frage nach dem FastenRecht, Güte, Heil für Jerusalem
9 bis 11Erste "Last"Der König auf dem Esel, die Hirten
12 bis 14Zweite "Last"Kampf um Jerusalem, der Tag des HERRN

Die acht Visionen

Im Buch sieht Sacharja in der ersten Vision nachts einen Mann auf einem roten Pferd zwischen Myrten (1,8). In jeder Vision erklärt ihm ein Engel, "der mit mir redete", was er sieht [1, 3]. Die hier verwendete Ausgabe zählt an einer Stelle anders als die hebräische Bibel: Was dort 2,1 bis 4 ist, steht hier als 1,18 bis 21 [3]. Die Tabelle folgt der Luther-Zählung, die Einteilung der deutschen Wikipedia [1, 3].

Vier rote, braune und weiße Pferde stehen nachts zwischen Myrtenbüschen in einem nebligen Tal im Mondlicht
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Nr.VerseBildDeutung im Text
11,7 bis 17Reiter und PferdeGott wird Zion wieder trösten
21,18 bis 21Vier Hörner und vier SchmiedeDie Mächte, die Juda zerstreut haben, werden gebrochen
32,1 bis 13Mann mit der MessschnurJerusalem wird ohne Mauern bewohnt
43,1 bis 10Der Hohepriester JosuaJosua erhält reine Kleider
54,1 bis 14Goldener Leuchter und zwei ÖlbäumeWort an Serubabel
65,1 bis 4Fliegender BriefFluch über Diebe und Meineidige
75,5 bis 11Weib im EphaDie Gottlosigkeit wird ins Land Sinear gebracht
86,1 bis 15Vier WagenDie vier Winde, Krone für Josua

Josua und Serubabel (Kapitel 3 und 4)

Zwei Visionen gelten den Führern der Heimkehrer. In Kapitel 3 steht der Hohepriester Josua vor dem Engel des HERRN, "und der Satan stand zu seiner Rechten" (3,1). Josua bekommt statt der unreinen Kleider "Feierkleider" (3,4) [3]. In Kapitel 4 sieht Sacharja einen Leuchter, "ganz golden", mit sieben Lampen und zwei Ölbäumen daneben (4,2 bis 3). Dazu gehört das Wort an den Statthalter Serubabel: "Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der HERR Zebaoth" (4,6). "Die Hände Serubabels haben dies Haus gegründet; seine Hände sollen's auch vollenden" (4,9) [3].

Die Frage nach dem Fasten (Kapitel 7 und 8)

Leute aus Beth-El fragen, ob sie weiter im fünften Monat fasten sollen, wie sie es "nun so viele Jahre" getan haben (7,3) [3]. Die Antwort verweist auf das Zusammenleben: "Richtet recht, und ein jeglicher beweise an seinem Bruder Güte und Barmherzigkeit" (7,9) [3]. Kapitel 8 malt ein Bild des neuen Jerusalem. In den Gassen sollen wieder "alte Männer und Weiber" sitzen, und die Stadt soll "voll Knaben und Mädchen" sein, "die auf ihren Gassen spielen" (8,4 bis 5) [3]. Die Fastentage sollen zu "fröhlichen Jahrfesten" werden (8,19) [3].

Die Kapitel 9 bis 14

Der zweite Teil spricht nicht mehr von Darius, Josua oder Serubabel. Er beginnt mit Worten über Hadrach, Damaskus, Tyrus und Sidon (9,1 bis 4) und kündigt dann den König an, der auf einem Esel kommt (9,9). Gott will "die Wagen abtun von Ephraim und die Rosse von Jerusalem", und von dem König heißt es: "er wird Frieden lehren unter den Heiden" (9,10) [3]. In Kapitel 11 hütet der Prophet "die Schlachtschafe" mit zwei Stäben namens "Huld" und "Eintracht" (11,7). Als Lohn wiegt man ihm "dreißig Silberlinge" ab, die er auf Gottes Befehl "ins Haus des HERRN" wirft (11,12 bis 13) [3].

Eine junge Eselin mit Fohlen steht auf einem staubigen Steinweg vor einem alten Stadttor, daneben Palmen
Bild: KI-generiert

Die Kapitel 12 bis 14 schildern einen Angriff der Völker auf Jerusalem und dessen Rettung. Über die Bewohner will Gott den Geist der Gnade und des Gebets ausgießen, und "sie werden mich ansehen, welchen sie zerstochen haben" (12,10) [6]. In 13,7 heißt es: "Schlage den Hirten, so wird die Herde sich zerstreuen" [3]. Am Ende steht nach der Ankündigung Gott auf dem Ölberg, der sich spaltet (14,4). "Zu der Zeit werden lebendige Wasser aus Jerusalem fließen" (14,8), und "der HERR wird König sein über alle Lande" (14,9) [3]. Die Völker sollen jährlich nach Jerusalem kommen, um das Laubhüttenfest zu feiern (14,16) [3]. Die englische Wikipedia nennt diese Kapitel ein frühes Beispiel apokalyptischer Literatur [2].

Wie das Buch entstanden ist

Die Kapitel 1 bis 8 enthalten nach der englischen Wikipedia Visionen und Worte des historischen Propheten Sacharja [2]. Für die Kapitel 9 bis 14 setzte die ältere Forschung ebenfalls das 6. Jahrhundert vor Christus an. Neuere Forscher halten sie für jünger als 500 vor Christus. Die meisten teilen sie heute in 9 bis 11 und 12 bis 14 und setzen die letzten Kapitel in die hellenistische Zeit, ins 4. bis 3. Jahrhundert vor Christus [1]. Die englische Wikipedia datiert die Kapitel 9 bis 14 meist ins 5. Jahrhundert vor Christus [2]. Seit dem Mittelalter ist das Buch in 14 Kapitel eingeteilt [1]. Eine griechische Handschrift mit Teilen von Sacharja aus der Zeit um 50 vor bis 50 nach Christus wurde in Nahal Hever am Toten Meer gefunden [2].

Stellung und Nachwirkung

Sacharja ist das elfte Buch der zwölf kleinen Propheten, nach Haggai und vor Maleachi [2]. Das Neue Testament greift den zweiten Teil an mehreren Stellen auf. Matthäus 21,5 verbindet den Einzug Jesu in Jerusalem mit 9,9: "Siehe, dein König kommt zu dir sanftmütig" [2, 4]. Die deutsche Wikipedia verweist dafür auch auf Markus 11,1 bis 11 und den Palmsonntag [1]. Das Johannesevangelium zitiert bei der Kreuzigung 12,10: "Sie werden sehen, in welchen sie gestochen haben" (Johannes 19,37) [2, 7]. Auch die Offenbarung des Johannes ist nach der englischen Wikipedia von Bildern aus Sacharja geprägt [2]. Mehr über die Zeit von Jesu Einzug bis zum Kreuz steht auf der Seite Die Passionsgeschichte, einen Überblick über alle Prophetenbücher gibt Die Propheten des Alten Testaments.

Die Kapitel im Überblick

Die Zitate folgen der Lutherbibel von 1912 mit ihrer Schreibweise, etwa "daß", "Juda's" und "Zebaoth". Für einen ersten Eindruck eignen sich die Visionen in den Kapiteln 1 bis 6, Kapitel 8 über das neue Jerusalem und Kapitel 9 mit dem König auf dem Esel.

Alle Kapitel: Sacharja

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  2. 2
  3. 3
  4. 4
  5. 5
  6. 6
  7. 7
  8. 8
  9. 9
  10. 10
  11. 11
  12. 12
  13. 13
  14. 14
  1. Sacharja. Wikipedia. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  2. Book of Zechariah. Wikipedia (englisch). Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  3. Organisation Lutherbibel 1912 (deu1912), Sacharja. eBible.org. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  4. Organisation Lutherbibel 1912 (deu1912), Matthäus 21. eBible.org. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  5. Organisation Lutherbibel 1912 (deu1912), Esra 5. eBible.org. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  6. Organisation Lutherbibel 1912 (deu1912), Sacharja 12. eBible.org. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  7. Organisation Lutherbibel 1912 (deu1912), Johannes 19. eBible.org. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.