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Trausprüche aus der Bibel

Ein Trauspruch ist ein Bibelvers, den ein Paar für seine kirchliche Trauung auswählt und der das gemeinsame Leben begleiten soll. Das Sonntagsblatt nennt unter seinen schönsten Trausprüchen Verse aus 1. Korinther 13 wie "Die Liebe höret nimmer auf" (13,8), Rut 1,16 und Hoheslied 8,6. Rut 1,16 spricht im Bibeltext eine Frau zu ihrer Schwiegermutter.

Zwei schlichte goldene Ringe liegen neben einem Olivenzweig auf einem weißen Leinentuch im weichen Fensterlicht
Bild: KI-generiert

"Zu einer kirchlichen Trauung gehört ein Vers aus der Bibel", schreibt evangelisch.de. Der Trauspruch soll zum Brautpaar passen und ein Begleiter für das gemeinsame Leben sein [1]. Viele Paare wählen ihn nach dem Sonntagsblatt aus Bayern als eine Art Motto für ihre Ehe [2]. In der evangelischen Kirche ist die Ehe kein Sakrament; im Traugottesdienst wird die bereits geschlossene Ehe unter Gottes Wort und Segen gestellt [5]. Zitiert wird nach der Lutherbibel von 1912, deren Text gemeinfrei ist. Für den Gottesdienst empfiehlt die Evangelische Kirche in Deutschland die revidierte Fassung von 2017 [6], deshalb kann der Wortlaut in der Kirche und auf dem Kirchenheft leicht abweichen.

Ausgewählte Trausprüche im Wortlaut von 1912

Die folgenden Verse stehen in der Auswahl der zwanzig schönsten Trausprüche, die das Sonntagsblatt 2025 veröffentlicht hat, oder in der Sammlung von evangelisch.de [1, 2]. Der Wortlaut folgt der Lutherbibel von 1912 [7]:

Ein kleiner Kranz aus weißen Blumen liegt auf einer hölzernen Kirchenbank in einer hellen leeren Dorfkirche
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StelleWortlaut Luther 1912
1. Korinther 13,8"Die Liebe höret nimmer auf"
1. Korinther 13,13"Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen."
1. Korinther 16,14"Alle eure Dinge lasset in der Liebe geschehen!"
Rut 1,16"Wo du hin gehst, da will ich auch hin gehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott."
Hoheslied 8,6"Setze mich wie ein Siegel auf dein Herz und wie ein Siegel auf deinen Arm. Denn Liebe ist stark wie der Tod"
Johannes 15,9"Gleichwie mich mein Vater liebt, also liebe ich euch auch. Bleibet in meiner Liebe!"
Römer 8,31"Ist Gott für uns, wer mag wider uns sein?"
Römer 12,18"Ist es möglich, soviel an euch ist, so habt mit allen Menschen Frieden."
Prediger 3,1"Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vornehmen unter dem Himmel hat seine Stunde."
Psalm 103,8"Barmherzig und gnädig ist der HERR, geduldig und von großer Güte."
Psalm 118,24"Dies ist der Tag, den der HERR macht; lasset uns freuen und fröhlich darinnen sein."
2. Thessalonicher 3,3"Aber der HERR ist treu; der wird euch stärken und bewahren vor dem Argen."

Die Sammlung von evangelisch.de umfasst 66 Trausprüche mit Erklärungen und lässt sich nach Kategorien durchsuchen [1]. Auf trauspruch.de, einem Angebot von evangelisch.de und der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, wählt ein Paar zuerst eines von sechs Themen, darunter Glaube, Treue, Liebe und Segen, und bekommt dann passende Verse vorgeschlagen [3].

1. Korinther 13: Paulus über die Liebe

Die meisten Trausprüche über die Liebe stammen aus dem 13. Kapitel des 1. Korintherbriefs, das als "Hohelied der Liebe" bekannt ist [8]. Paulus schreibt es an eine Gemeinde, die über Geistesgaben wie das Zungenreden stritt. Er vergleicht diese Gaben mit der Liebe, griechisch agape, und sagt, dass Zungenrede, Weissagung, Erkenntnis und Glaube ohne Liebe keinen Wert haben [8]. So beginnt das Kapitel: "Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönend Erz oder eine klingende Schelle" (13,1) [7].

Danach beschreibt Paulus, was die Liebe tut: "Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie blähet sich nicht" (13,4). Es folgt eine Reihe von Sätzen, die in "sie verträgt alles, sie glaubet alles, sie hoffet alles, sie duldet alles" (13,7) münden [7]. Der beliebte Vers 13,8 geht im Bibeltext weiter: "so doch die Weissagungen aufhören werden und die Sprachen aufhören werden und die Erkenntnis aufhören wird" [7]. Im Zusammenhang des Briefes geht es um das Leben der Gemeinde. Den Schlussvers 13,13 mit Glaube, Hoffnung und Liebe nennt die Wikipedia die Gegenüberstellung von Gnadengaben und den später so genannten theologischen Tugenden [8]. Um die Liebe zum Nächsten geht es auch auf der Seite Nächstenliebe und das höchste Gebot.

Rut 1,16: ein Treuewort zwischen zwei Frauen

Rut 1,16 gehört zu den bekanntesten Trausprüchen, obwohl im Bibeltext kein Paar spricht. Die Moabiterin Rut hat ihren Mann verloren und will ihre verwitwete Schwiegermutter Noomi (bei Luther Naemi) nicht allein nach Juda ziehen lassen. Noomi drängt sie, wie ihre Schwägerin umzukehren, und Rut antwortet: "Rede mir nicht ein, daß ich dich verlassen sollte und von dir umkehren" (1,16) [4, 7]. Im nächsten Vers heißt es: "Wo du stirbst, da sterbe ich auch, da will ich auch begraben werden" (1,17) [7]. Nach der deutschen Wikipedia macht Rut damit deutlich, dass Noomi ihre wichtigste Bezugsperson ist und bleiben soll [4].

Eine staubige Landstraße führt durch goldene Gerstenfelder zu einer fernen Stadt auf einem Hügel
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Die Wikipedia zitiert die Theologin Jennifer L. Koosed: Ruts Treuebekenntnis werde manchmal bei Trauungen gelesen, aber auf Wunsch des Brautpaares und nicht, weil es Teil der Liturgie wäre. In der katholischen Leseordnung ist Rut 1,14b bis 17 eine mögliche Lesung bei der Trauung, und Rut 1,16b steht in mehreren Liturgien für die Segnung von Paaren in eingetragener Lebenspartnerschaft [4]. Im Judentum galt Rut den Rabbinen der Spätantike als Vorbild einer Konvertitin, weil sie sich mit diesem Vers zugleich zum Volk Israel und zu seinem Gott bekennt [4]. Mehr über das Buch steht auf der Seite Das Buch Ruth.

Hoheslied 8,6 und andere Verse aus dem Alten Testament

Das Hohelied ist eine Sammlung von Liebesliedern zweier Liebender. Der Name geht auf Luther zurück, der das Buch "Das Hohelied Salomonis" nannte; hebräisch heißt es "Das Lied der Lieder" [9]. Juden und Christen haben es in Antike und Mittelalter oft allegorisch gelesen, als Bild für die Liebe zwischen Gott und seinem Volk oder zwischen Christus und der Kirche [9]. Der Trauspruch 8,6 geht im Text weiter: "und ihr Eifer ist fest wie die Hölle. Ihre Glut ist feurig und eine Flamme des HERRN" und im nächsten Vers: "daß auch viele Wasser nicht mögen die Liebe auslöschen noch die Ströme sie ertränken" (8,7) [7].

Ein altes rotes Wachssiegel und ein gepresstes Weinblatt auf grobem pergamentfarbenem Papier im warmen Kerzenlicht
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Weitere Trausprüche kommen aus den Psalmen und aus dem Prediger. Prediger 3,1 steht am Anfang einer langen Reihe von Gegensätzen, die bis "lieben und hassen, Streit und Friede hat seine Zeit" (3,8) reicht [7]. Psalm 118,24 ist ein Festvers: "Dies ist der Tag, den der HERR macht" [7]. Über die Ehe selbst spricht die Bibel schon in der zweiten Schöpfungserzählung: "Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und an seinem Weibe hangen, und sie werden sein ein Fleisch" (1. Mose 2,24) [7]. Mehr dazu steht auf der Seite Adam und Eva und der Sündenfall.

Worte aus dem Neuen Testament

Jesus greift 1. Mose 2,24 nach dem Markusevangelium auf, als Pharisäer ihn nach der Ehescheidung fragen [5]. Er sagt dort: "Was denn Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden" (Markus 10,9) [7]. Johannes 15 ist Teil der Abschiedsreden Jesu an seine Jünger. Zu Vers 9 gehört Vers 11: "Solches rede ich zu euch, auf daß meine Freude in euch bleibe und eure Freude vollkommen werde" [7]. Das Sonntagsblatt führt beide Verse zusammen als einen Trauspruch (Johannes 15,9b und 11) [2].

Andere Paare wählen kurze Mahnungen aus den Briefen des Paulus: "Alle eure Dinge lasset in der Liebe geschehen!" (1. Korinther 16,14) oder Römer 12,16 bis 18, der mit "Habt einerlei Sinn untereinander" beginnt (12,16) [2, 7]. Die Hochzeit zu Kana, auf der Jesus nach Johannes 2 sein erstes Wunder tut, war nach der deutschen Wikipedia eine jüdische Hochzeit [5]. Was dort geschieht, beschreibt die Seite Die Wunder Jesu.

Trauung in Judentum, Christentum und Islam

Ein Trauspruch ist ein Brauch der christlichen, vor allem der evangelischen Trauung. Die Kirchen verstehen die Ehe dabei verschieden. Nach katholischer Lehre spenden sich die Brautleute das Sakrament der Ehe selbst. Die evangelische Kirche sieht die Ehe nicht als Sakrament, und in den orthodoxen Kirchen bildet die Krönung der Brautleute durch den Priester den Kern der Trauung [5].

Ein weißer Stoffbaldachin auf vier Holzstangen in einem Garten in der Abenddämmerung mit Lichterketten in den Bäumen
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Die jüdische Trauliturgie beginnt nach der deutschen Wikipedia in der talmudischen Zeit mit den "Sieben Segnungen". Der Traubaldachin Chuppa kam frühestens im Mittelalter in den Ritus. Sehr alt ist dagegen der Brauch, ein Weinglas zu zerbrechen, das die Brautleute an die Zerstörung des Jerusalemer Tempels erinnern soll [5]. Das Hohelied gehört im Judentum zu den fünf Festrollen und wird am Pessachfest gelesen, das Buch Rut am Wochenfest Schawuot [10]. Im Islam ist die Ehe nach der deutschen Wikipedia ein sozialer und zivilrechtlicher Vertrag, die Nikah. Im Mittelpunkt steht die Unterzeichnung des Vertrags vor Zeugen; die Braut kann eine Brautgabe beanspruchen [5]. Wie der Koran Ehe und Familie behandelt, beschreibt die Seite Ehe und Familie im Koran.

Luther 1912 und die heutige Lutherbibel

Zwischen der Fassung von 1912 und heutigen Ausgaben gibt es kleine Unterschiede im Wortlaut. In der Liste von evangelisch.de steht 1. Korinther 13,8 als "Die Liebe hört niemals auf", in der Lutherbibel von 1912 heißt es "Die Liebe höret nimmer auf" [1, 7]. Römer 12,18 lautet 1912 "Ist es möglich, soviel an euch ist", in der Lutherbibel von 2017 dagegen "Ist's möglich, soviel an euch liegt, so habt mit allen Menschen Frieden" [6, 7]. Die Revision von 2017 hatte nach der deutschen Wikipedia den Grundsatz, wieder möglichst nahe an Luthers Sprachstil zu bleiben, soweit er heute verständlich ist [6]. Die Fassung von 1912 ist gemeinfrei und darf frei verwendet werden [6]. Welcher Wortlaut im Gottesdienst gelesen wird, klärt ein Paar am besten mit der Gemeinde. Bibelverse für die Taufe sammelt die Seite Taufsprüche aus der Bibel, Ideen rund ums Schenken die Seite Hochzeitsgeschenke auf geschenke.domain-root.de.

  1. Organisation Trausprüche. evangelisch.de. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  2. Organisation Die 20 schönsten Trausprüche zur Hochzeit und wo sich weitere finden lassen. Sonntagsblatt (Larissa Launhardt). Stand 08.04.2025. abgerufen am 29.10.2026
  3. Organisation trauspruch.de. evangelisch.de und Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  4. Buch Rut. Wikipedia. Stand 31.05.2026. abgerufen am 29.10.2026
  5. Hochzeit. Wikipedia. Stand 27.10.2026. abgerufen am 29.10.2026
  6. Lutherbibel. Wikipedia. Stand 04.10.2026. abgerufen am 29.10.2026
  7. Organisation Lutherbibel 1912 (deu1912). eBible.org. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  8. 1. Brief des Paulus an die Korinther. Wikipedia. Stand 11.08.2026. abgerufen am 29.10.2026
  9. Hoheslied. Wikipedia. Stand 30.06.2026. abgerufen am 29.10.2026
  10. Tanach. Wikipedia. Stand 25.10.2026. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.