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Die zwölf Apostel: Namen und Listen in der Bibel

Die zwölf Apostel sind nach den Evangelien die Jünger, die Jesus aus einem größeren Kreis auswählte: Simon Petrus, Andreas, Jakobus und Johannes, Philippus, Bartholomäus, Thomas, Matthäus, Jakobus der Sohn des Alphäus, Thaddäus, Simon und Judas Ischariot. Bei Lukas steht statt Thaddäus Judas, der Sohn des Jakobus. Für Judas Ischariot wurde später Matthias nachgewählt.

Zwölf schlichte Öllampen aus Ton stehen in einer langen Reihe auf einem groben Holztisch in einem dämmrigen Steinraum
Bild: KI-generiert

Das Neue Testament enthält vier Listen mit den Namen der zwölf Apostel: in Matthäus 10, Markus 3, Lukas 6 und Apostelgeschichte 1. Die Listen stimmen weitgehend überein, weichen aber bei einem Namen ab und unterscheiden sich in den Beinamen [1, 2]. Das Johannesevangelium kennt den Kreis der Zwölf, nennt aber keine vollständige Liste [1]. Zitiert wird nach der Lutherbibel von 1912 [4].

Wort und Auswahl

Das Wort Apostel kommt vom griechischen apóstolos und bedeutet "Gesandter" oder "Sendbote" [1]. Lukas erzählt, Jesus habe nach einer Nacht im Gebet unter seinen Jüngern zwölf ausgewählt, "welche er auch Apostel nannte" (Lukas 6,13) [4]. Bei Markus heißt es: "Und er ordnete die Zwölf, daß sie bei ihm sein sollten und daß er sie aussendete, zu predigen" (Markus 3,14) [4]. Nach Matthäus schickt Jesus sie zuerst nur zum Volk Israel: "Gehet nicht auf der Heiden Straße und ziehet nicht in der Samariter Städte" (Matthäus 10,5) [4]. Der Kreis der Jünger war größer als die Zwölf. Zu ihm gehörten nach Lukas 8 auch Frauen wie Maria Magdalena, Johanna und Susanna [2].

Ein stiller grüner Hang über einem See im ersten Licht, ein schmaler Fußweg windet sich zwischen Gras und Steinen hinauf
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Die vier Listen im Vergleich

Die Tabelle zeigt die Namen in der Reihenfolge der vier Listen, so wie Luther 1912 sie schreibt [4]. Die Apostelgeschichte nennt nach dem Tod des Judas Ischariot nur elf Namen.

PlatzMatthäus 10,2 bis 4Markus 3,16 bis 19Lukas 6,14 bis 16Apostelgeschichte 1,13
1Simon, genannt PetrusSimon (Petrus)Simon (Petrus)Petrus
2AndreasJakobus, Sohn des ZebedäusAndreasJakobus
3Jakobus, des Zebedäus SohnJohannesJakobusJohannes
4JohannesAndreasJohannesAndreas
5PhilippusPhilippusPhilippusPhilippus
6BartholomäusBartholomäusBartholomäusThomas
7ThomasMatthäusMatthäusBartholomäus
8Matthäus, der ZöllnerThomasThomasMatthäus
9Jakobus, des Alphäus SohnJakobus, des Alphäus SohnJakobus, des Alphäus SohnJakobus, des Alphäus Sohn
10Lebbäus, mit dem Zunamen ThaddäusThaddäusSimon, genannt ZelotesSimon Zelotes
11Simon von KanaSimon von KanaJudas, des Jakobus SohnJudas, des Jakobus Sohn
12Judas IschariotJudas IschariotJudas Ischariot(später Matthias)

Die englische Wikipedia weist auf ein festes Muster hin: Jede Liste besteht aus drei Gruppen zu vier Namen, in jeder Gruppe stehen dieselben vier Apostel mit demselben Anführer. Petrus steht immer an erster Stelle, Philippus an fünfter, Jakobus, der Sohn des Alphäus, an neunter und Judas Ischariot an letzter [3].

Wo die Listen voneinander abweichen

An einer Stelle unterscheiden sich die Namen. Matthäus und Markus nennen Thaddäus, Lukas und die Apostelgeschichte stattdessen "Judas, des Jakobus Sohn" (Lukas 6,16) [1, 4]. Bei Matthäus steht in der Lutherbibel von 1912 außerdem "Lebbäus, mit dem Zunamen Thaddäus" (Matthäus 10,3) [4]. Die englische Wikipedia nennt Lebbäus als weiteren Namen für Thaddäus [3]. Ob Thaddäus und Judas, der Sohn des Jakobus, dieselbe Person sind, sagen die Texte nicht.

Der zweite Simon heißt bei Luther "Simon von Kana" (Matthäus 10,4), bei Lukas "Simon genannt Zelotes" (Lukas 6,15) [4]. Luther gibt den Beinamen bei Matthäus und Markus als Herkunftsangabe wieder. Nach Wikipedia bedeuten beide Beinamen dagegen "Eiferer". Kananäus leitet sich vom hebräischen Wort für Eiferer ab, Zelot verweist auf eine Unabhängigkeitsbewegung [2].

Das Johannesevangelium erzählt von einem Nathanael, den Philippus zu Jesus bringt (Johannes 1,45 bis 49) [4]. Bartholomäus kommt bei Johannes nicht vor. Der deutsche Wikipedia-Artikel über die Apostel hält beide wahrscheinlich für dieselbe Person [1]. Beim Zöllner gibt es eine ähnliche Frage: Matthäus 9,9 nennt ihn Matthäus, Markus 2,14 erzählt dieselbe Berufung von "Levi, den Sohn des Alphäus" [4].

Brüder und Beinamen

Unter den Zwölf stehen zwei Brüderpaare: Simon Petrus und Andreas sowie Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus (Matthäus 10,2) [4]. Den Söhnen des Zebedäus gab Jesus nach Markus einen eigenen Namen, bei Luther 1912 "Bnehargem, das ist gesagt: Donnerskinder" (Markus 3,17) [4]. Thomas heißt im Johannesevangelium "der genannt ist Zwilling" (Johannes 11,16). Nach Johannes 20,25 will er erst glauben, wenn er die Nägelmale an den Händen des Auferstandenen sieht [4]. Den Beinamen Ischariot erklärt Wikipedia am wahrscheinlichsten als "Mann aus Kariot". Eine Ableitung von den Sikariern, einer Gruppe von Messerkämpfern, hält der Artikel für weniger wahrscheinlich [2]. Johannes nennt ihn "Judas, Simons Sohn, Ischariot" (Johannes 6,71) [4]. Mehr über den ersten der Liste steht auf der Seite Petrus.

Zwei Fischernetze trocknen an Holzstangen neben einem kleinen Boot am Seeufer im Morgennebel
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Warum zwölf

Die Zahl verweist nach Wikipedia auf die zwölf Stämme Israels. Schriften wie die Testamente der zwölf Patriarchen erwarteten, dass diese Stämme nach einer Wiederherstellung der Selbstständigkeit Israels wieder herrschen würden. James H. Charlesworth sieht im Zwölferkreis, falls Jesus ihn selbst geschaffen hat, einen gewaltfreien politischen Anspruch Jesu [1]. Im Matthäusevangelium sagt Jesus zu den Jüngern, sie würden "auf zwölf Stühlen" sitzen "und richten die zwölf Geschlechter Israels" (Matthäus 19,28) [4].

Ob Jesus selbst einen engeren Kreis von zwölf Männern gebildet hat, ist historisch umstritten. Für einen frühen Ursprung spricht nach Wikipedia, dass Judas als einer der Zwölf bezeichnet wird, bei Luther "einer von den Zwölfen" (Markus 14,10). Das spricht gegen eine spätere Stilisierung [1, 2]. Die wohl älteste Erwähnung sieht die englische Wikipedia bei Paulus, der eine Erscheinung des Auferstandenen vor den Zwölf nennt: "darnach von den Zwölfen" (1. Korinther 15,5) [3, 4].

Die Nachwahl des Matthias

Nach dem Tod des Judas Ischariot schlägt Petrus vor, einen Nachfolger zu bestimmen. Er muss nach Apostelgeschichte 1,22 dabei gewesen sein "von der Taufe des Johannes an bis auf den Tag, da er von uns genommen ist" [4]. Zur Wahl stehen Joseph, genannt Barsabas, und Matthias. "Und sie warfen das Los über sie, und das Los fiel auf Matthias" (Apostelgeschichte 1,26) [4]. Das Los war nach der englischen Wikipedia ein überliefertes Verfahren in Israel [3]. Über den Tod des Judas gibt es zwei Fassungen: Nach Matthäus 27,5 erhängte er sich, nach Apostelgeschichte 1,18 stürzte er auf einem Acker ab [3, 4]. Die Wahl und die ersten Jahre der Gemeinde erzählt die Apostelgeschichte.

Zwei kleine glatte Kiesel, ein heller und ein dunkler, liegen in einer flachen Tonschale auf einem Steinsims im Tageslicht
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Was über das Schicksal der Apostel bekannt ist

Das Neue Testament berichtet außer vom Tod des Judas Ischariot nur vom Tod eines der Zwölf: König Herodes "tötete aber Jakobus, den Bruder des Johannes, mit dem Schwert" (Apostelgeschichte 12,2) [3, 4]. Nach christlicher Überlieferung starben alle Apostel außer Johannes als Märtyrer, Johannes soll eines natürlichen Todes in Ephesus gestorben sein [3]. Wie zuverlässig diese Überlieferungen sind, wird unterschiedlich beurteilt [3]:

  • Edward Gibbon schrieb im 18. Jahrhundert, die Christen des späten 2. und frühen 3. Jahrhunderts hätten nur Petrus, Paulus und Jakobus, den Sohn des Zebedäus, für Märtyrer gehalten.
  • Einige Forscher halten die Berichte über das Martyrium der übrigen Apostel für späte Legenden ohne historische oder biblische Grundlage.
  • McDowell kam bei einer Prüfung der Märtyrerberichte zu dem Ergebnis, dass Johannes, Matthäus und Philippus wahrscheinlich eines natürlichen Todes starben. Die übrigen neun hält er für wahrscheinliche Märtyrer oder für ebenso wahrscheinlich Märtyrer wie nicht.

Nach der Überlieferung liegt Matthias in der Abtei St. Matthias in Trier begraben [3].

Weitere Apostel im Neuen Testament

Der Titel Apostel ist im Neuen Testament nicht auf die Zwölf beschränkt. Paulus unterscheidet selbst zwischen den Zwölf und "allen Aposteln" (1. Korinther 15,7) [4] und nennt sich selbst Apostel, obwohl er nicht zu den Zwölf gehörte [1]. Die Apostelgeschichte nennt beide zusammen: "die Apostel Barnabas und Paulus" (Apostelgeschichte 14,14) [4]. Im Römerbrief grüßt Paulus "den Andronikus und den Junias", die "berühmte Apostel" seien (Römer 16,7) [4]. Luther 1912 liest hier den Männernamen Junias. Ob die Person eine Frau namens Junia war, ist umstritten. Der weibliche Name ist gut belegt, und die Lutherbibel 2017 liest ihn als weiblich [1]. Wie Paulus sein Apostelamt verstand, erklärt die Seite Der Apostel Paulus. Zum Leben Jesu, mit dem die Zwölf unterwegs waren, gibt es die Seite Jesus von Nazareth in den Evangelien, zur weiteren Geschichte der Gemeinden die Seite Die Ausbreitung des Christentums auf geschichte.domain-root.de.

  1. Apostel. Wikipedia. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  2. Jünger Jesu. Wikipedia. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  3. Apostles in the New Testament. Wikipedia (englisch). Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  4. Organisation Lutherbibel 1912 (deu1912). eBible.org. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.