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Die Sprüche Salomos: Einführung und alle 31 Kapitel

Die Sprüche Salomos, auch Buch der Sprichwörter genannt, haben 31 Kapitel. Das Buch sammelt kurze Lebensregeln und längere Lehrreden über Weisheit, Fleiß, Reden, Reichtum und Gottesfurcht. Es besteht aus mehreren Sammlungen, die Salomo, den "Männern Hiskias", Agur und König Lamuel zugeschrieben werden.

Ein kleines Steinhaus mit sieben behauenen Säulen am Eingang an einem sonnigen Hang, im Eingang ein gedeckter Holztisch
Bild: KI-generiert

"Des HERRN Furcht ist Anfang der Erkenntnis. Die Ruchlosen verachten Weisheit und Zucht." (1,7) [4]. Dieser Satz steht am Anfang der Sprüche Salomos und gilt als ihr Leitwort [1]. Danach folgen 31 Kapitel mit Lebensregeln, Mahnungen und Lehrgedichten. Viele Sprüche bestehen aus einem einzigen Vers mit zwei Hälften, etwa "Eine linde Antwort stillt den Zorn; aber ein hartes Wort richtet Grimm an" (15,1) oder "Wer zu Grunde gehen soll, der wird zuvor stolz; und Hochmut kommt vor dem Fall" (16,18) [4]. Hier liest du das Buch in der Lutherbibel von 1912. Jedes Kapitel hat eine eigene Seite, die Übersicht steht am Ende dieser Einführung.

Name und Stellung in der Bibel

Luther nennt das Buch "Die Sprüche Salomos", in der Wissenschaft heißt es meist Buch der Sprichwörter. Im Judentum trägt es nach seinem ersten Wort den Namen Mischle, die lateinische Vulgata nennt es Proverbia [1]. In der hebräischen Bibel gehört es zu den Schriften, den Ketuvim. In der christlichen Bibel steht es bei den Weisheitsbüchern vor den Büchern der Propheten [1].

Der Name verweist auf König Salomo. Das 1. Buch der Könige erzählt über ihn: "Und er redete dreitausend Sprüche, und seine Lieder waren tausendundfünf" (1. Könige 4,32) [5]. Das Buch selbst nennt neben Salomo aber noch andere Urheber.

Aufbau des Buches

Das Buch ist eine Sammlung von Sammlungen. Sieben Überschriften trennen die Teile, davor steht in 1,1 bis 7 ein Vorwort [1, 2]. Die Verszahlen der Tabelle nennt die deutsche Wikipedia [1].

Gerollte Papyrusrollen mit Schnur und kleine Tonkrüge auf einem niedrigen Holzregal in einem stillen Schreibraum bei Lampenlicht
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KapitelSammlungÜberschrift bei LutherVerse
1 bis 9Lehrreden und Gedichte über die Weisheit"Dies sind die Sprüche Salomos, des Königs in Israel, des Sohnes Davids" (1,1)256
10,1 bis 22,16Einzelsprüche Salomos"Dies sind die Sprüche Salomos" (10,1)375
22,17 bis 24,22Worte der Weisen"die Worte der Weisen" (22,17)70
24,23 bis 34weitere Worte von Weisen"Dies sind auch Worte von Weisen" (24,23)12
25 bis 29Sammlung der Männer Hiskias"die hinzugesetzt haben die Männer Hiskias" (25,1)138
30Worte Agurs"Dies sind die Worte Agurs, des Sohnes Jakes" (30,1)33
31Worte Lamuels, Lob der tüchtigen Frau"Dies sind die Worte des Königs Lamuel" (31,1)31

Inhalt im Überblick

Die Lehrreden und die Weisheit (Kapitel 1 bis 9)

Der erste Teil ist als Unterricht eines Vaters an seinen Sohn gestaltet. Viele Abschnitte beginnen mit der Anrede "Mein Kind", etwa "Mein Kind, gehorche der Zucht deines Vaters und verlaß nicht das Gebot deiner Mutter" (1,8) [4]. Die englische Wikipedia zählt hier zehn solche Lehrreden und fünf Gedichte über die Weisheit als Frau [2]. Diese Frau Weisheit ruft "auf den Gassen" (1,20), und in Kapitel 8 spricht sie über sich selbst: "Der HERR hat mich gehabt im Anfang seiner Wege; ehe er etwas schuf, war ich da" (8,22) [4]. Nach 8,27 war sie bei der Erschaffung der Welt dabei: "Da er die Himmel bereitete, war ich daselbst" [4]. In Kapitel 9 baut die Weisheit "ihr Haus und hieb sieben Säulen" (9,1). Ihr gegenüber steht ein "törichtes, wildes Weib", das mit dem Satz "Die gestohlenen Wasser sind süß" lockt (9,13 und 9,17) [4].

Eine Reihe Ameisen trägt im Sommer Körner über einen sonnigen Steinweg, am Rand trockenes Gras
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Die Einzelsprüche Salomos (10,1 bis 22,16)

Ab Kapitel 10 wechselt die Form. Jeder Vers steht nun meist für sich und stellt zwei Hälften gegeneinander: "Lässige Hand macht arm; aber der Fleißigen Hand macht reich" (10,4). Die Kapitel 10 bis 14 vergleichen vor allem den Weisen mit dem Toren, ab Kapitel 15 geht es oft um kluges und törichtes Reden [2]. Andere Sprüche handeln von Freundschaft ("Ein Freund liebt allezeit", 17,17), von Erziehung ("Wie man einen Knaben gewöhnt, so läßt er nicht davon, wenn er alt wird", 22,6) oder vom guten Namen: "Ein guter Ruf ist köstlicher denn großer Reichtum" (22,1) [4].

Die Worte der Weisen (22,17 bis 24,34)

Mit "Neige deine Ohren und höre die Worte der Weisen" (22,17) beginnt ein Teil, der wieder längere Mahnungen enthält [4]. Für diesen Abschnitt fand die Forschung ein Vorbild in Ägypten. 1924 bemerkte der Ägyptologe Adolf Erman Übereinstimmungen mit der Lehre des Amenemope, einer ägyptischen Weisheitsschrift in 30 Kapiteln [1, 3]. Die Lehre entstand wahrscheinlich in der Ramessidenzeit, etwa 1300 bis 1075 vor Christus. Die Haupthandschrift, der Papyrus 10474, liegt im British Museum in London [3]. Dass zumindest 22,17 bis 23,10 von dieser Lehre abhängt, war nach der englischen Wikipedia in den 1960er Jahren fast allgemein anerkannt. Über die Richtung des Einflusses wird bis heute diskutiert [3]. Nach Bernd U. Schipper zitiert der Verfasser die ägyptische Lehre nicht, verwendet aber immer wieder Formulierungen aus ihr [1]. In diesem Teil steht auch die Mahnung "Verrücke nicht die vorigen Grenzen" (22,28), die in 23,10 fast gleich wiederkehrt [4]. Mehr über das Land am Nil steht auf geschichte.domain-root.de unter Das Alte Ägypten.

Die Sammlung der Männer Hiskias (Kapitel 25 bis 29)

Die Überschrift in 25,1 nennt Schreiber am Hof des Königs Hiskia von Juda als Sammler [4]. Nimmt man sie beim Wort, wurde dieser Teil im späten 8. Jahrhundert vor Christus zusammengestellt [2]. Hier steht der Rat, auch dem Feind zu helfen: "Hungert deinen Feind, so speise ihn mit Brot; dürstet ihn, so tränke ihn mit Wasser. Denn du wirst feurige Kohlen auf sein Haupt häufen" (25,21 bis 22) [4]. Direkt hintereinander stehen hier zwei gegensätzliche Ratschläge: "Antworte dem Narren nicht nach seiner Narrheit" und "Antworte aber dem Narren nach seiner Narrheit" (26,4 bis 5) [4].

Agur und Lamuel (Kapitel 30 und 31)

Agur, "des Sohnes Jakes", spricht in Zahlensprüchen: "Drei sind mir zu wunderbar, und das vierte verstehe ich nicht" (30,18). Er bittet Gott: "Armut und Reichtum gib mir nicht" (30,8) [4]. Kapitel 31 gibt die Lehre wieder, die König Lamuel von seiner Mutter erhielt. Ab Vers 10 folgt ein Gedicht über die tüchtige Frau: "Wem ein tugendsam Weib beschert ist, die ist viel edler denn die köstlichsten Perlen" (31,10) [4]. Es endet mit dem Satz: "Lieblich und schön sein ist nichts; ein Weib, das den HERRN fürchtet, soll man loben" (31,30) [4].

Wer hat die Sprüche geschrieben?

Die Überschriften nennen Salomo, die Männer Hiskias, Agur und Lamuel. Nach der jüdischen Überlieferung geht das Buch auf König Hiskia zurück [1]. Die englische Wikipedia hält eine genaue Datierung der einzelnen Sprüche für unmöglich und spricht von Sammlungen, die über einen langen Zeitraum gewachsen sind. Verbreitet ist die Ansicht, dass die Kapitel 1 bis 9 sowie 30 und 31 zu den jüngsten Teilen gehören und das Buch in der späten persischen oder der hellenistischen Zeit seine Endgestalt bekam [2]. Die deutsche Wikipedia setzt das Wachstum des Buches von der Zeit Hiskias bis ins 4., vielleicht 3. Jahrhundert vor Christus an [1].

Die griechische Übersetzung entstand wahrscheinlich um 170 vor Christus in Alexandria. Sie lässt die meisten Überschriften weg und fügt neues Material hinzu, darunter ein Lob der Biene [1].

Gedanken, die das Buch prägen

Das Buch geht davon aus, dass gutes Handeln Gutes und schlechtes Handeln Schlechtes nach sich zieht [1]. Ein Beispiel ist der Satz "Wer eine Grube macht, der wird hineinfallen" (26,27) [4]. Die Bücher Hiob und Prediger vertreten dazu eine andere Haltung [1]. Die Weisheit beginnt nach den Sprüchen mit der Ehrfurcht vor Gott, das sagen 1,7 und noch einmal 9,10: "Der Weisheit Anfang ist des HERRN Furcht" [4]. Daneben stehen viele Ratschläge für den Alltag über Arbeit, Geld, Wein, Ehe, Freundschaft und das rechte Wort.

Ein alter Grenzstein steht in der Dämmerung auf einem Feld zwischen zwei Äckern, dahinter Steinmauer und Olivenbäume
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Nachwirkung

Im Neuen Testament gibt es nach der deutschen Wikipedia etwa 35 Zitate aus dem Buch oder Anspielungen darauf [1]. Paulus greift im Brief an die Römer den Rat aus 25,21 bis 22 auf: "Wenn du das tust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln" (Römer 12,20) [6]. Der Satz der Weisheit aus 8,22 spielte im 4. Jahrhundert in den Streitigkeiten um die Lehre des Arius eine Rolle [2]. Im Judentum wird das Lob der tüchtigen Frau (31,10 bis 31) am Freitagabend beim Sabbatmahl vorgetragen [1].

Die Kapitel im Überblick

Die Zitate folgen der Lutherbibel von 1912 mit ihrer Schreibweise, etwa "daß", "tugendsam Weib" und "Lamuel". Wer einen Einstieg sucht, liest Kapitel 8 über die Weisheit, einige Kapitel der Einzelsprüche ab Kapitel 10 und Kapitel 31 mit dem Lob der tüchtigen Frau.

Alle Kapitel: Sprüche

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  1. Buch der Sprichwörter. Wikipedia. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  2. Book of Proverbs. Wikipedia (englisch). Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  3. Instruction of Amenemope. Wikipedia (englisch). Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  4. Organisation Lutherbibel 1912 (deu1912), Sprüche. eBible.org. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  5. Organisation Lutherbibel 1912 (deu1912), 1. Könige 4. eBible.org. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  6. Organisation Lutherbibel 1912 (deu1912), Römer 12. eBible.org. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.