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Frauen in der Bibel: sieben Gestalten und ihre Geschichten

Zu den bekanntesten Frauen der Bibel gehören die Erzmütter Sara und Rahel, die Prophetin Mirjam, die Richterin Debora, Ruth aus Moab, die Königin Esther und im Neuen Testament Maria Magdalena. In der Lutherbibel tragen zwei Bücher des Alten Testaments den Namen einer Frau, Ruth und Esther. Maria Magdalena ist nach dem Johannesevangelium die Erste, der der Auferstandene begegnet.

Ein alter Steinbrunnen auf einem trockenen Dorfplatz in der Morgendämmerung mit Wasserkrügen aus Ton auf dem Rand und Olivenbäumen
Bild: KI-generiert

Die meisten Hauptpersonen der Bibel sind Männer, aber auch Frauen treiben ihre Geschichten voran. Hebammen widersetzen sich dem König von Ägypten, eine Richterin schickt ein Heer in die Schlacht, eine Ausländerin wird Urgroßmutter des Königs David. In der Lutherbibel tragen zwei Bücher des Alten Testaments den Namen einer Frau: Ruth und Esther. Sara und Rahel gehören zu den Erzählungen über die Erzeltern, Maria Magdalena zu den Ostergeschichten. Die Zitate folgen der Lutherbibel von 1912 und ihrer Schreibweise, etwa "Weib" für Frau [1].

NameRolle in der ErzählungWichtige Stellen
SaraFrau Abrahams, Mutter Isaaks1. Mose 11 bis 23
RahelFrau Jakobs, Mutter Josephs und Benjamins1. Mose 29 bis 35
MirjamProphetin, Schwester Aarons und Moses2. Mose 15, 4. Mose 12 und 20
DeboraProphetin und RichterinRichter 4 und 5
RuthMoabiterin, Urgroßmutter DavidsRuth 1 bis 4
EstherJüdin am persischen Hof, KöniginEsther 1 bis 10
Maria MagdalenaJüngerin Jesu, Zeugin am GrabLukas 8, Johannes 19 und 20

Sara

Sara heißt zunächst Sarai und ist die Frau Abrams, des späteren Abraham. Gleich bei ihrer ersten Erwähnung heißt es: "Aber Sarai war unfruchtbar und hatte kein Kind" (1. Mose 11,30) [1]. Auf dem Weg nach Ägypten gibt Abram sie als seine Schwester aus, aus Angst, man könne ihn ihretwegen töten (1. Mose 12,11 bis 13). Weil sie keine Kinder bekommt, gibt sie Abram ihre ägyptische Magd Hagar, "ob ich vielleicht aus ihr mich aufbauen möge" (1. Mose 16,2) [1].

In 1. Mose 17 erhält sie ihren neuen Namen: "Sara soll ihr Name sein" (1. Mose 17,15). Als Abraham hört, dass sie mit neunzig Jahren einen Sohn bekommen soll, lacht er, und später lacht auch Sara: "Nun ich alt bin, soll ich noch Wollust pflegen, und mein Herr ist auch alt?" (1. Mose 18,12) [1]. Nach der Geburt Isaaks sagt sie: "Gott hat mir ein Lachen zugerichtet" (1. Mose 21,6). Sara stirbt nach 1. Mose 23 mit 127 Jahren in Hebron [1]. Mehr über ihre Familie steht auf der Seite Abraham, Isaak und Jakob.

Rahel

Rahel ist die jüngere Tochter Labans und die Frau, die Jakob liebt. "Rahel war hübsch und schön", heißt es, und Jakob bietet an, sieben Jahre um sie zu dienen (1. Mose 29,17 bis 18). Die Jahre "deuchten ihn, als wären's einzelne Tage, so lieb hatte er sie" (1. Mose 29,20) [1]. Laban gibt ihm in der Hochzeitsnacht aber die ältere Schwester Lea: "Des Morgens aber, siehe, da war es Lea" (1. Mose 29,25). Für Rahel dient Jakob weitere sieben Jahre [1].

Lange bekommt Rahel keine Kinder. Sie beneidet ihre Schwester und sagt zu Jakob: "Schaffe mir Kinder, wo nicht, so sterbe ich" (1. Mose 30,1). Dann bringt sie Joseph zur Welt (1. Mose 30,24). Bei der Geburt ihres zweiten Sohnes Benjamin stirbt sie und wird "an dem Wege gen Ephrath, das nun heißt Bethlehem" begraben (1. Mose 35,19) [1]. Der Prophet Jeremia nimmt ihr Bild auf: "Rahel weint über ihre Kinder und will sich nicht trösten lassen" (Jeremia 31,15). Matthäus zitiert die Stelle in der Geschichte vom Kindermord in Bethlehem: "Rahel beweinte ihre Kinder und wollte sich nicht trösten lassen" (Matthäus 2,18) [1].

Mirjam

Mirjam ist die Schwester von Mose und Aaron. Nach dem Zug durch das Schilfmeer heißt es: "Und Mirjam, die Prophetin, Aarons Schwester, nahm eine Pauke in ihre Hand, und alle Weiber folgten ihr nach hinaus mit Pauken im Reigen" (2. Mose 15,20). Ihr Lied ist kurz: "Laßt uns dem HERRN singen, denn er hat eine herrliche Tat getan; Roß und Mann hat er ins Meer gestürzt" (2. Mose 15,21) [1].

Später stellen sich Mirjam und Aaron gegen Mose und fragen: "Redet denn der HERR allein durch Mose? Redet er nicht auch durch uns?" (4. Mose 12,2). Danach ist Mirjam nach der Erzählung "aussätzig wie der Schnee" (4. Mose 12,10) und wird "sieben Tage verschlossen außerhalb des Lagers" (4. Mose 12,15) [1]. Sie stirbt in Kadesch in der Wüste Zin (4. Mose 20,1). Der Prophet Micha nennt sie Jahrhunderte später in einer Reihe mit ihren Brüdern: "vor dir her gesandt Mose, Aaron und Mirjam" (Micha 6,4) [1]. Mehr über ihren Bruder steht auf der Seite Mose und der Auszug aus Ägypten.

Debora

Im Buch der Richter ist Debora die einzige Frau, die das Amt der Richterin innehat [2]. Der Text stellt sie so vor: "Zu der Zeit war Richterin in Israel die Prophetin Debora, das Weib Lapidoths" (Richter 4,4). Sie wohnt unter einer Palme auf dem Gebirge Ephraim: "Und die Kinder Israel kamen zu ihr hinauf vor Gericht" (Richter 4,5) [1]. Sie ruft Barak zum Kampf gegen Sisera, den Feldherrn des Königs Jabin. Barak will nur mit ihr ziehen: "Wenn du mit mir ziehst, so will ich ziehen" (Richter 4,8). Debora sagt voraus, der Ruhm werde nicht ihm gehören, denn Sisera werde "in eines Weibes Hand" gegeben (Richter 4,9) [1].

Eine einzelne hohe Dattelpalme an einem Hang über einem grünen Tal mit einem schmalen Fluss im Nachmittagslicht
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Diese Frau ist Jael. Sisera flieht nach der Schlacht in ihr Zelt, und Jael tötet ihn im Schlaf mit einem Zeltpflock (Richter 4,21) [1]. Das Deboralied in Richter 5 erzählt die Schlacht noch einmal als Gedicht. Debora nennt sich darin "eine Mutter in Israel" (Richter 5,7) [1]. Nach Wikipedia wird das Deboralied zu den ältesten Texten der hebräischen Bibel gezählt. Für die Entstehung der einzelnen Textbestandteile der Debora-Überlieferung schlägt die Forschung Zeiten von 1250 vor Christus bis ins 1. Jahrhundert nach Christus vor [2]. Als wohl ältesten Teil der Prosaerzählung in Richter 4 nennt der Artikel die Tötung Siseras durch Jael [2].

Ruth

Das Buch Ruth erzählt von einer Ausländerin. Die Israelitin Naemi zieht nach Ruth 1,1 mit ihrem Mann und zwei Söhnen während einer Teuerung von Bethlehem nach Moab. Ihre Söhne heiraten "moabitische Weiber; eine hieß Orpa, die andere Ruth" (Ruth 1,4) [1]. Als Mann und Söhne sterben, will Naemi allein nach Bethlehem zurückgehen. Ruth bleibt bei ihr und sagt: "Wo du hin gehst, da will ich auch hin gehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott" (Ruth 1,16) [1].

Ein goldenes Gerstenfeld während der Ernte mit gebundenen Garben in Reihen, tief stehende Sonne und Staub in der Luft
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In Bethlehem liest Ruth auf dem Feld des Boas Ähren auf (Ruth 2,3). Boas ist ein Verwandter Elimelechs, er heiratet sie. Ihr Sohn heißt Obed: "Der ist der Vater Isais, welcher ist Davids Vater" (Ruth 4,17) [1]. Matthäus nimmt Ruth in den Stammbaum Jesu auf: "Boas zeugte Obed von der Ruth" (Matthäus 1,5) [1]. Den Hintergrund des Buches erklärt die Einführung zum Buch Ruth, ihren Urenkel die Seite König David.

Esther

Esther heißt hebräisch Hadassa und ist eine Waise, die bei ihrem Vetter Mardochai aufwächst (Esther 2,7) [1]. Der Perserkönig Ahasveros wählt sie zur Königin: "er setzte die königliche Krone auf ihr Haupt und machte sie zur Königin an Vasthis Statt" (Esther 2,17). Als der Minister Haman beschließt, "alle Juden, so im ganzen Königreich des Ahasveros waren, zu vertilgen" (Esther 3,6), drängt Mardochai sie zum Eingreifen: "wer weiß, ob du nicht um dieser Zeit willen zur königlichen Würde gekommen bist?" (Esther 4,14) [1].

Die Säulenhalle eines antiken persischen Palastes mit hohen Steinpfeilern und breiter Treppe im warmen Abendlicht
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Esther geht ungerufen zum König, was verboten ist, und sagt vorher: "komme ich um, so komme ich um" (Esther 4,16). Am Ende wird Haman gestürzt, und die Juden feiern zur Erinnerung das Purimfest (Esther 9,26) [1]. Ob die Erzählung historisch ist, wird in der Forschung unterschiedlich beurteilt. Nach der englischen Wikipedia hält die Mehrheit sie für eine erfundene Geschichte, eine historische Novelle, die das Purimfest erklären soll. Einzelne Forscher wie Tremper Longman und Raymond Dillard lesen sie als Geschichtsbericht [3]. Esther und das Hohelied sind die einzigen Bücher der hebräischen Bibel, die Gott nicht ausdrücklich erwähnen [3].

Maria Magdalena

Lukas nennt Maria aus Magdala unter den Frauen, die mit Jesus und den Zwölf durch Galiläa zogen: "Maria, die da Magdalena heißt, von welcher waren sieben Teufel ausgefahren" (Lukas 8,2). Mit Johanna und Susanna gehört sie zu denen, "die ihm Handreichung taten von ihrer Habe" (Lukas 8,3) [1]. Ihr Beiname verweist nach Wikipedia auf den Ort Magdala am See Genezareth [4].

Ein stiller Garten in der Morgendämmerung, ein Weg zwischen Olivenbäumen führt zu einer Felswand mit dunkler Öffnung
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Alle vier Evangelien nennen sie bei der Kreuzigung oder am Grab. Im Johannesevangelium kommt sie "früh, da es noch finster war, zum Grabe" (Johannes 20,1). Sie hält den Auferstandenen zuerst für den Gärtner, bis er sie mit Namen anspricht: "Maria!" Sie antwortet: "Rabbuni (das heißt: Meister)!" (Johannes 20,16). Dann geht sie zu den Jüngern: "Ich habe den HERRN gesehen" (Johannes 20,18) [1]. Hippolyt von Rom nannte sie im 3. Jahrhundert "Apostelin der Apostel" [4].

Papst Gregor der Große setzte sie 591 in einer Predigt mit der namenlosen Sünderin aus Lukas 7 gleich. Diese Gleichsetzung wurde Teil der katholischen Tradition, im Bibeltext steht sie nicht. Der katholische Kalender von 1969 bezieht den Gedenktag auf die Frau, der Jesus nach der Auferstehung erschien. 2016 wurde der Gedenktag am 22. Juli zum Fest erhoben [4]. Die Berichte vom Ostermorgen vergleicht die Seite Die Auferstehung Jesu in den Evangelien.

Weitere Frauen

Viele weitere Frauen spielen in der Bibel eine Rolle. Die Hebammen Siphra und Pua weigern sich nach 2. Mose 1, die neugeborenen Söhne der Hebräer zu töten (2. Mose 1,17). Hagar, die Magd Saras, gibt Gott nach 1. Mose 16 den Namen "Du Gott siehst mich" (1. Mose 16,13) [1]. Im Neuen Testament ist Hanna eine "Prophetin" im Tempel (Lukas 2,36), und Paulus empfiehlt "unsere Schwester Phöbe", die im Dienst der Gemeinde von Kenchreä steht (Römer 16,1) [1]. Von Maria, der Mutter Jesu, erzählt die Seite Maria, die Mutter Jesu, in der Bibel. Wie Frauen in der Geschichte lebten, beschreibt auf geschichte.domain-root.de die Seite Frauen in der Geschichte.

  1. Organisation Lutherbibel 1912 (deu1912). eBible.org. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  2. Debora (Richterin). Wikipedia. Stand 28.01.2026. abgerufen am 29.10.2026
  3. Book of Esther. Wikipedia (englisch). Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  4. Maria Magdalena. Wikipedia. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.