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Das 1. Buch Samuel: Einführung und alle 31 Kapitel

Das 1. Buch Samuel hat 31 Kapitel und erzählt, wie Israel einen König bekommt. Im Mittelpunkt stehen der Prophet Samuel, der erste König Saul und der junge David. Ursprünglich bildete es mit dem 2. Buch Samuel ein einziges Werk.

Grüne Hügel bei Sonnenaufgang mit einem schmalen Feldweg und einem Hirtenstab an einer niedrigen Steinmauer
Bild: KI-generiert

Das 1. Buch Samuel beginnt mit einer kinderlosen Frau namens Hanna, die im Heiligtum von Silo um einen Sohn betet, und endet mit dem Tod König Sauls im Kampf gegen die Philister. In 31 Kapiteln erzählt es, wie aus einem Bund von Stämmen, den Richter und Priester führen, ein Königreich wird. Der Bibeltext steht hier in der gemeinfreien Lutherbibel von 1912 [4], jedes Kapitel auf einer eigenen Seite.

Ein Buch in zwei Teilen

Das 1. und das 2. Buch Samuel waren ursprünglich ein einziges Werk. Die Teilung geht auf die griechische Übersetzung, die Septuaginta, zurück. Dort heißen die Bücher "Bücher der Königtümer" [1]. Die Septuaginta zählt vier solcher Bücher, das 1. Buch der Könige ist bei ihr das dritte [2]. Für den hebräischen Text wurde die Zweiteilung erst im Zeitalter des Buchdrucks üblich, zusammen mit der Kapiteleinteilung der lateinischen Vulgata [1].

Benannt ist das Buch nach Samuel, der als Richter, Priester und Prophet auftritt. Der babylonische Talmud schreibt das Samuelbuch auch Samuel selbst zu [2]. Die Bibel selbst nennt keinen Verfasser. In 1. Chronik 29,29 heißt es, die Geschichte Davids stehe "in den Geschichten Samuels, des Sehers", neben denen des Propheten Nathan und des Sehers Gad [4]. Im jüdischen Kanon gehört es wie die Königebücher zu den vorderen Propheten [2]. In der Lutherbibel steht es zwischen dem Buch Ruth und dem 2. Buch Samuel [4].

Inhalt im Überblick

Die katholische Bischofskonferenz der USA teilt die Samuelbücher in drei Erzählkreise: Samuel in den Kapiteln 1 bis 12, Saul in den Kapiteln 13 bis 31 und David im ganzen 2. Buch Samuel [3]. Das 1. Buch umfasst also die ersten beiden Kreise und den Beginn der Geschichte Davids.

Eine kleine Öllampe aus Ton leuchtet nachts in einem dunklen Raum aus Stein, dahinter ein gewebter Vorhang
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Samuel und die Bundeslade (Kapitel 1 bis 7)

Hanna bekommt den ersehnten Sohn und bringt ihn als Kind zum Priester Eli nach Silo. Ihr Lobgesang in Kapitel 2 beginnt mit den Worten "Mein Herz ist fröhlich in dem HERRN" [4]. In Kapitel 3 hört der junge Samuel nachts eine Stimme, die ihn ruft. Beim dritten Mal antwortet er: "Rede, denn dein Knecht hört" (3,10) [4]. Die Kapitel 4 bis 6 erzählen, wie die Philister in der Schlacht bei Eben-Ezer die Bundeslade erbeuten und sie nach sieben Monaten zurückgeben. In Kapitel 7 führt Samuel Israel als Richter [1, 4].

Israel will einen König (Kapitel 8 bis 15)

Als Samuel alt ist, verlangen die Ältesten: "so setze nun einen König über uns, der uns richte, wie alle Heiden haben" (8,5) [4]. Samuel warnt sie vor den Lasten eines Königtums, gibt aber nach. Die Einsetzung Sauls wird gleich dreimal erzählt: als heimliche Salbung durch Samuel (9,1 bis 10,16), als Losentscheid in Mizpa (10,17 bis 27) und als Erhebung zum König in Gilgal nach einem Sieg über die Ammoniter (Kapitel 11) [1]. In Kapitel 12 hält Samuel eine Abschiedsrede. Ab Kapitel 13 gerät Saul mit Samuel in Konflikt. Samuel kündigt ihm an, dass sein Königtum keinen Bestand haben werde (13,14), und in Kapitel 15 kommt es zum endgültigen Bruch [1, 4].

Saul und David (Kapitel 16 bis 31)

In Kapitel 16 salbt Samuel heimlich den jüngsten Sohn Isais, David. Dabei fällt der oft zitierte Satz: "ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der HERR aber sieht das Herz an" (16,7) [4]. Kapitel 17 erzählt vom Kampf Davids gegen den Philister Goliath, den das Buch als Riesen von "sechs Ellen und eine Handbreit" beschreibt (17,4) [4]. Danach wächst Davids Ansehen, Sauls Sohn Jonathan wird sein Freund, und Saul selbst verfolgt ihn zunehmend. David flieht, sammelt eine eigene Truppe und lebt zeitweise bei den Philistern.

Zweimal verschont David den König, obwohl er ihn töten könnte (Kapitel 24 und 26). In Kapitel 25 stirbt Samuel. Vor der letzten Schlacht lässt Saul in Endor eine Frau mit einem "Wahrsagergeist" den toten Samuel befragen (Kapitel 28). Kapitel 31 erzählt vom Tod Sauls und dreier seiner Söhne am Gebirge Gilboa [1, 4].

Personen im 1. Buch Samuel

Die Tabelle nennt die wichtigsten Gestalten und die Kapitel, in denen sie vor allem vorkommen [4].

Eine schlichte Leier aus Holz auf einer gewebten Wolldecke neben einer ledernen Hirtentasche im Zelt bei Abendlicht
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PersonRolleKapitel
Hanna und ElkanaEltern Samuels1 bis 2
EliPriester in Silo1 bis 4
SamuelRichter, Priester und Prophet1 bis 16, 25, 28
Saulerster König Israels9 bis 31
JonathanSohn Sauls, Freund Davids13 bis 14, 18 bis 23, 31
DavidHirte, Krieger, späterer König16 bis 30
GoliathKrieger der Philister17
MichalTochter Sauls, Frau Davids18 bis 19, 25
AbigailFrau Nabals, später Frau Davids25

Wie die Geschichte Davids weitergeht, steht auf der Seite König David.

Wie das Buch entstanden ist

Die Samuelbücher sind keine durchgehende Geschichtsschreibung. Nach der Einleitung der US-Bischofskonferenz hat ein Bearbeiter ältere, ursprünglich selbständige Erzählblöcke zusammengefügt und durch Reden von Propheten wie Samuel und Nathan verbunden. Zu diesen Blöcken zählt sie die Ladeerzählung, Sauls Aufstieg, Davids Aufstieg und die Thronfolgeerzählung [3].

Die Forschung hat diese Blöcke genauer abgegrenzt. Leonhard Rost rechnete zur Ladeerzählung 1. Samuel 4,1b bis 7,2a und 2. Samuel 6, diese Einheit ist inzwischen umstritten. Zur Thronfolgegeschichte zählt man 2. Samuel 9 bis 20 und 1. Könige 1 bis 2 [1].

Martin Noth ordnete die Samuelbücher dem sogenannten deuteronomistischen Geschichtswerk zu, das vom 5. Buch Mose bis zum Ende der Königebücher reicht. Er datierte es ins 6. Jahrhundert vor Christus. Walter Dietrich nimmt dagegen schon für das 7. Jahrhundert eine erste Zusammenfassung an. Möglich sind mehrere Bearbeitungen zwischen dem 6. und dem 3. Jahrhundert [1]. Die Bischofskonferenz sieht in den Büchern eine Lehre für Israel nach der Zerstörung Jerusalems 587/586 vor Christus, als das Volk seine religiöse Identität neu aufbauen musste [3].

Auffällig sind Doppelungen im Text. David kommt in Kapitel 16 als Musiker und Waffenträger an Sauls Hof, doch am Ende von Kapitel 17 fragt Saul, wer dieser junge Mann sei (17,55 bis 58) [1]. Solche Stellen deuten darauf hin, dass verschiedene Überlieferungen nebeneinander stehen.

Das Königtum im Urteil des Buches

Das Buch zeichnet kein einheitliches Bild vom Königtum. Nach der Einleitung der US-Bischofskonferenz stehen zwei Sichtweisen nebeneinander. Einerseits gilt der Wunsch nach einem König als Abkehr davon, dass Gott selbst Israel regiert. Andererseits erscheint das Königtum als Teil des göttlichen Plans, das Volk zu retten [3]. Beides lässt sich am Text verfolgen. In Kapitel 8 deutet Gott die Forderung des Volkes als Ablehnung seiner selbst, und Samuel zählt auf, was ein König von den Leuten nehmen wird: Söhne für den Kriegsdienst, Töchter als Köchinnen und Bäckerinnen, die besten Äcker und den Zehnten von Saat und Herden. In Kapitel 9 dagegen wählt Gott Saul selbst aus und lässt ihn salben [4].

Samuels Warnungen nehmen nach dieser Lesart die Fehler vorweg, die später Saul, David und die Könige nach ihnen begehen [3]. Durch das ganze Buch zieht sich der Gedanke, dass Gott Treue belohnt und Ungehorsam bestraft. Dass Saul sein Königtum verliert, begründet Samuel mit dem Satz: "du hast des HERRN Gebot nicht gehalten" (13,14) [3, 4]. Der Gegensatz zwischen dem großen, stattlichen Saul, der "eines Hauptes länger denn alles Volk" war (9,2), und dem jüngsten Sohn Isais, der beim Besuch Samuels draußen die Schafe hütet (16,11), gehört zu den bekanntesten Motiven des Buches [4].

Der Text in Qumran und in der Septuaginta

Unter den Schriftrollen vom Toten Meer fanden sich Reste mehrerer Samuelhandschriften: eine aus Höhle 1 und drei aus Höhle 4. Zusammen enthalten sie etwa ein Zwölftel des Textes. Die Handschrift 4QSam b stammt aus dem 3. Jahrhundert vor Christus. Ihre Lesarten stimmen oft mit der Septuaginta überein und nicht mit dem hebräischen Text, der heute gedruckt wird [1].

Kalksteinfelsen mit dunklen Höhleneingängen über dem Ufer eines Salzsees im hellen Wüstenlicht
Bild: KI-generiert

Gerade bei der Goliath-Erzählung ist die griechische Fassung deutlich kürzer. Es fehlen 17,12 bis 31 und 17,55 bis 18,5 [1]. Ohne diese Verse fällt auch die Doppelung weg, dass Saul David nicht zu kennen scheint. Die Lutherbibel von 1912 folgt dem hebräischen Text und enthält beide Abschnitte [4].

Wer die Ereignisse dieser Zeit historisch einordnen möchte, findet auf geschichte.domain-root.de eine Seite über Israel und Juda in der Antike. Weitere Propheten, die in den Büchern Samuel und Könige auftreten, stellt die Seite Die Propheten des Alten Testaments vor.

Die Kapitel im Überblick

Die Zitate auf dieser Seite folgen der Schreibweise der Lutherbibel von 1912, etwa "daß" oder "Goliath". Wer das Buch zum ersten Mal liest, fängt am besten vorne an: Die Kapitel 1 bis 3 und 16 bis 18 sind die bekanntesten Abschnitte. Davor liegt das Buch der Richter, das die Zeit vor dem Königtum schildert.

Alle Kapitel: 1. Samuel

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  2. 2
  3. 3
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  10. 10
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  12. 12
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  15. 15
  16. 16
  17. 17
  18. 18
  19. 19
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  22. 22
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  31. 31
  1. Buch Samuel. Wikipedia. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  2. Bücher der Könige. Wikipedia. Stand 07.10.2025. abgerufen am 29.10.2026
  3. Organisation 1 Samuel, Introduction (New American Bible, Revised Edition). United States Conference of Catholic Bishops. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  4. Organisation Lutherbibel 1912 (deu1912). eBible.org. Stand 29.12.2025. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.