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Das 5. Buch Mose (Deuteronomium): Einführung und alle 34 Kapitel

Das 5. Buch Mose, auch Deuteronomium genannt, ist das letzte der fünf Bücher Mose und hat 34 Kapitel. Es besteht vor allem aus Reden, die Mose kurz vor seinem Tod im Land Moab hält, mit den Zehn Geboten, dem "Höre, Israel" und einer großen Gesetzessammlung. Am Ende stirbt Mose auf dem Berg Nebo, und Josua übernimmt die Führung.

Ein kahler Bergrücken im Abendlicht mit Blick auf ein weites dunstiges Flusstal und eine ferne grüne Oase
Bild: KI-generiert

"Das sind die Worte die Mose redete zum ganzen Israel jenseit des Jordans": So beginnt das 5. Buch Mose (1,1) [2]. Fast das ganze Buch besteht aus Reden. Mose blickt auf die vierzig Jahre in der Wüste zurück, wiederholt die Zehn Gebote, legt eine lange Sammlung von Gesetzen vor und stellt das Volk vor die Wahl zwischen Segen und Fluch. Am Ende sieht er das Land vom Berg Nebo aus und stirbt, bevor Israel den Jordan überquert. Den Bibeltext findest du hier in der Lutherbibel von 1912, deren Wortlaut gemeinfrei ist [2]. Jedes der 34 Kapitel hat eine eigene Seite, die Übersicht steht am Ende dieser Einführung.

Name und Stellung in der Bibel

Im Hebräischen heißt das Buch Devarim, "Worte", nach seinen Anfangsworten. Der Name Deuteronomium kommt aus dem Griechischen und bedeutet sinngemäß "zweites Gesetz" oder "Wiederholung des Gesetzes". Er geht auf Kapitel 17, Vers 18 zurück. Dort ist im Hebräischen von einer Abschrift der Weisung die Rede, die griechische Übersetzung machte daraus die Abschrift eines "zweiten Gesetzes" [1]. Luther übersetzt die Stelle mit "dies andere Gesetz" (17,18) [2]. Im evangelischen Raum ist der Name 5. Buch Mose üblich [1].

Das Deuteronomium ist das letzte Buch der Tora, also der fünf Bücher Mose [1]. Es schließt an das 4. Buch Mose an, das mit Israel im Gebiet von Moab am Jordan endet. Nach ihm beginnt mit dem Buch Josua die Erzählung von der Landnahme.

Der Rahmen: Abschiedsreden im Land Moab

Das Buch spielt an einem einzigen Ort. Mose spricht "im vierzigsten Jahr, am ersten Tage des elften Monats" nach dem Auszug, östlich des Jordans "im Lande der Moabiter" (1,3 und 1,5) [2]. Er weiß, dass er das Land selbst nicht betreten wird. Seine Reden sollen das Volk nach seinem Tod leiten [1]. Typisch sind Mahnungen, die sich an das ganze Volk richten und es mit "du" anreden, dazu wiederkehrende Wendungen wie "heute" oder "der HERR, dein Gott". Der Stil ist rhetorisch und auf den Vortrag hin angelegt, mit Formeln, die sich einprägen sollen [1].

Aufbau des Buches

Die Forschung gliedert das Buch meist nach den Reden des Mose [1].

Zwei abgerundete Steintafeln mit glatter Oberfläche liegen nebeneinander auf einem rauen Holztisch im Steinraum
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AbschnittKapitel und VerseInhalt
Einleitung1,1 bis 1,5Ort und Zeit der Reden
Erste Rede1,6 bis 4,43Rückblick auf die Wüstenwanderung, Mahnung gegen Götterbilder, Freistädte
Zweite Rede4,44 bis 11,32Zehn Gebote, "Höre, Israel", Mahnung zur Liebe zu Gott
Gesetzessammlung12,1 bis 26,15ein Ort für den Kult, Sozialgesetze, Ämter, Rechtsbestimmungen
Dritte RedeKapitel 27 bis 30Segen und Fluch, Bund im Land Moab
AbschlussKapitel 31 bis 34Josua als Nachfolger, Lied und Segen des Mose, Tod des Mose

Inhalt im Überblick

Rückblick und Zehn Gebote (Kapitel 1 bis 11)

Die erste Rede erzählt den Weg vom Berg Horeb (1,2) bis an den Jordan nach. In Kapitel 5 stehen die Zehn Gebote, zum zweiten Mal nach dem 2. Buch Mose. Die Fassungen weichen an einigen Stellen voneinander ab. Beim Sabbat heißt es im 2. Buch Mose, Gott habe in sechs Tagen die Welt gemacht und am siebten geruht (2. Mose 20,11). Im 5. Buch Mose soll Israel daran denken, "daß du auch Knecht in Ägyptenland warst" (5,15), und auch Knecht und Magd sollen ruhen [2]. Wie die beiden Fassungen gezählt werden, erklärt die Seite Die Zehn Gebote.

Ein abgeerntetes Weizenfeld in der Abenddämmerung mit einer einzelnen liegengebliebenen Garbe am Rand, dahinter Olivenbäume
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Kapitel 6 enthält das Bekenntnis, das im Judentum nach seinem ersten Wort Schma Jisrael heißt: "Höre, Israel, der HERR, unser Gott, ist ein einiger HERR. Und du sollst den HERRN, deinen Gott, liebhaben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allem Vermögen" (6,4 bis 5). Die Worte sollen die Eltern ihren Kindern einschärfen, sie auf die Hand binden und an die Türpfosten schreiben (6,7 bis 9) [2]. Im Markusevangelium nennt Jesus diesen Satz das vornehmste Gebot und stellt die Nächstenliebe daneben (Markus 12,29 bis 31) [2]. Mehr dazu steht auf der Seite Nächstenliebe und das höchste Gebot.

Die Gesetzessammlung (Kapitel 12 bis 26)

Der Kern des Buches ist eine lange Sammlung von Gesetzen [1]. Sie beginnt mit der Vorschrift, Opfer nur noch an dem einen Ort darzubringen, "den der HERR erwählt in irgend einem deiner Stämme" (12,14). Die Forschung nennt das Kultzentralisation, und sie war im Alten Orient ungewöhnlich [1, 2]. Alle sieben Jahre soll ein Erlassjahr sein, in dem Schulden erlassen werden (15,1 bis 2). Dreimal im Jahr soll jeder Mann zu den Festen kommen: zum Fest der ungesäuerten Brote, zum Wochenfest und zum Laubhüttenfest (16,16) [2].

Weitere Gesetze regeln die Ämter in Israel, etwa Richter, König, Priester und Propheten. Der König soll eine Abschrift des Gesetzes bei sich haben und "darin lesen sein Leben lang" (17,19). Mose kündigt an, Gott werde "einen Propheten wie mich" erwecken (18,15). Viele Regeln schützen Arme und Fremde: Wer bei der Ernte eine Garbe vergisst, soll sie liegen lassen für "des Fremdlings, des Waisen und der Witwe" (24,19). Die Begründung lautet auch hier, dass Israel selbst Knecht in Ägypten war (24,22) [2]. Die Sammlung endet in Kapitel 26 mit einem kurzen Bekenntnis zur Geschichte Israels, das beim Darbringen der ersten Früchte gesprochen werden soll: "Mein Vater war ein Syrer und nahe dem Umkommen und zog hinab nach Ägypten" (26,5) [2].

Segen, Fluch und Bund (Kapitel 27 bis 30)

Nach dem Übergang über den Jordan sollen sechs Stämme auf dem Berg Garizim den Segen sprechen und sechs auf dem Berg Ebal den Fluch (27,12 bis 13). Kapitel 28 zählt in großer Länge auf, was bei Gehorsam und was bei Ungehorsam folgt. Die dritte Rede gipfelt in dem Satz: "ich habe euch Leben und Tod, Segen und Fluch vorgelegt, daß du das Leben erwählest" (30,19) [2].

Abschied und Tod des Mose (Kapitel 31 bis 34)

Mose schreibt das Gesetz auf und übergibt es den Priestern. Alle sieben Jahre, am Laubhüttenfest, soll es vor ganz Israel vorgelesen werden (31,9 bis 11). Josua erhält den Auftrag: "Sei getrost und unverzagt" (31,23). Es folgen das Lied des Mose in Kapitel 32 und sein Segen über die Stämme in Kapitel 33 [2]. In Kapitel 34 steigt Mose auf den Berg Nebo, und Gott zeigt ihm das ganze Land. Er stirbt mit 120 Jahren, "Seine Augen waren nicht dunkel geworden" (34,7). Sein Grab kennt niemand "bis auf diesen heutigen Tag" (34,6). Das Buch schließt mit dem Satz, dass in Israel kein Prophet mehr aufstand wie Mose (34,10) [2]. Wie Mose das Volk aus Ägypten führte, erzählt die Seite Mose und der Auszug aus Ägypten.

Wie das Buch entstanden ist

Die historisch-kritische Forschung geht davon aus, dass Mose das Buch nicht selbst geschrieben hat. Schon der Rückblick in 34,10 setzt eine lange Reihe späterer Propheten voraus [1]. Die älteren Teile entstanden nach heutiger Mehrheitsmeinung in Jerusalem zwischen dem 8. und dem 6. Jahrhundert vor Christus [1].

Verwitterte Bruchstücke aus altem gebranntem Ton liegen geordnet auf einem schlichten Tisch im Museum
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Seit langem bringt man das Buch mit einem Bericht aus dem 2. Buch der Könige in Verbindung. Unter König Josia findet der Hohepriester Hilkia im Tempel "das Gesetzbuch" (2. Könige 22,8), und der König reformiert daraufhin den Kult [1, 2]. Ob dieses Buch eine frühe Fassung des Deuteronomiums war und ob die Reform so stattfand, wird unterschiedlich beurteilt. Georg Braulik etwa sieht darin eine knappe Vorstufe ohne die Reden des Mose, Reinhard Gregor Kratz bestreitet ein Ur-Deuteronomium vor 586 vor Christus [1]. Den Bericht über Josia erklärt die Einführung in das 2. Buch der Könige.

Eine Spur führt nach Assyrien. Der assyrische König Asarhaddon ließ 672 vor Christus Verträge mit seinen Vasallen schreiben, deren Bruchstücke britische Archäologen 1955 in Nimrud fanden. Hans Ulrich Steymans wies 1995 nach, dass die Flüche in Kapitel 28 literarisch von diesen Verträgen abhängen. Die Sprache der Treue zu Gott im Deuteronomium entspricht der Form solcher Staatsverträge, nur steht Gott an der Stelle des Herrschers [1]. Über das Assyrische Reich informiert geschichte.domain-root.de auf der Seite Assyrien.

Karin Finsterbusch sieht in dem Buch eine exilische Komposition, die ihr Profil erst im Exil erhielt [1]. Ein verbreitetes Modell geht so: Am Anfang stand ein Gesetzbuch mit Bundesverpflichtungen, das zu den Reformen unter Josia gehörte. Gegen Ende des Exils wurde es erweitert und als Einleitung vor die Geschichtsbücher von Josua bis zu den Königen gestellt. Später löste man es wieder davon und fügte es den ersten vier Büchern Mose an, weil Mose schon im Mittelpunkt stand [3]. Spätestens um 350 vor Christus waren die fünf Bücher Mose zusammengestellt. Die älteste Handschrift aus dem Pentateuch, 4Q17 aus Qumran, stammt aus der Zeit um 250 vor Christus [1].

Fundorte für bekannte Sätze

Viele Sätze aus dem 5. Buch Mose werden an anderer Stelle der Bibel zitiert. Als Jesus in der Wüste versucht wird, antwortet er nach Matthäus 4,4 mit 5. Mose 8,3: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein [2]. Die folgende Tabelle führt zu einigen bekannten Stellen.

StelleInhalt
5,6 bis 21die Zehn Gebote
6,4 bis 9"Höre, Israel" (Schma Jisrael)
8,3"daß der Mensch nicht lebt vom Brot allein"
15,1 bis 2das Erlassjahr
18,15"Einen Propheten wie mich"
26,5 bis 9Bekenntnis zur Geschichte Israels
30,19Leben und Tod, Segen und Fluch
34,1 bis 12Tod des Mose auf dem Berg Nebo

Die Kapitel im Überblick

Die Zitate auf dieser Seite folgen der Lutherbibel von 1912 mit Schreibweisen wie "daß" und "jenseit". Das Wort "HERR" steht dort durchgehend in Großbuchstaben [2]. Zum Einstieg eignen sich die Kapitel 5 und 6, Kapitel 30 und das letzte Kapitel mit dem Tod des Mose. Die Gesetzessammlung ab Kapitel 12 lässt sich gut abschnittsweise lesen.

Alle Kapitel: 5. Mose

  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. 4
  5. 5
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  11. 11
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  15. 15
  16. 16
  17. 17
  18. 18
  19. 19
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  21. 21
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  26. 26
  27. 27
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  31. 31
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  1. Deuteronomium. Wikipedia. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  2. Organisation Lutherbibel 1912 (deu1912), 5. Buch Mose. eBible.org. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  3. Deuteronomy, Abschnitt Composition. Wikipedia (englisch). Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.