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Maria, die Mutter Jesu, in der Bibel

Maria ist im Neuen Testament die Mutter Jesu, verlobt und später verheiratet mit Joseph aus Nazareth. Ausführlich erzählen von ihr nur Lukas 1 und 2 und Matthäus 1 und 2; dazu kommen wenige Stellen wie die Hochzeit zu Kana (Johannes 2), die Szene unter dem Kreuz (Johannes 19) und Apostelgeschichte 1,14. Viele spätere Lehren über Maria beziehen sich auf diese Stellen.

Ein kleiner Hof eines einfachen Steinhauses mit einem Wasserkrug aus Ton neben der Tür und einem Feigenbaum im Morgenlicht
Bild: KI-generiert

Über Maria, die Mutter Jesu, berichtet das Neue Testament an vergleichsweise wenigen Stellen. Namentlich genannt wird sie nur in den Evangelien und in der Apostelgeschichte [1]. Die meisten Szenen stehen in den ersten beiden Kapiteln des Lukasevangeliums. Paulus erwähnt sie nur einmal, ohne Namen: Gott habe seinen Sohn gesandt, "geboren von einem Weibe" (Galater 4,4) [1, 2]. Die Zitate folgen der Lutherbibel von 1912 und ihrer Schreibweise [2]. Wie der Koran von Maria erzählt, beschreibt die Seite Maria im Koran auf koran.domain-root.de.

Alle Stellen im Überblick

Die Tabelle nennt die Stellen, an denen Maria als handelnde oder genannte Person vorkommt.

StelleInhalt
Matthäus 1,16 bis 25Stammbaum, Joseph erfährt von der Schwangerschaft
Matthäus 2Weise aus dem Morgenland, Flucht nach Ägypten
Markus 3,31 bis 35Mutter und Brüder wollen Jesus sprechen
Markus 6,3"Marias Sohn" in Nazareth
Lukas 1,26 bis 56Verkündigung, Besuch bei Elisabeth, Magnificat
Lukas 2Geburt, Simeon im Tempel, der zwölfjährige Jesus
Johannes 2,1 bis 12Hochzeit zu Kana
Johannes 19,25 bis 27Unter dem Kreuz
Apostelgeschichte 1,14Mit den Jüngern in Jerusalem
Galater 4,4"geboren von einem Weibe", ohne Namen

Die Verkündigung

Nach Lukas wird der Engel Gabriel nach Nazareth gesandt "zu einer Jungfrau, die vertraut war einem Manne mit Namen Joseph, vom Hause David: und die Jungfrau hieß Maria" (Lukas 1,27) [2]. Der Engel grüßt sie mit "Gegrüßet seist du, Holdselige! Der HERR ist mit dir" (Lukas 1,28). Er kündigt ihr einen Sohn an, "des Namen sollst du Jesus heißen" (Lukas 1,31) [2].

Ein schlichter weiß gekalkter Raum, durch ein kleines Bogenfenster fällt weiches Licht auf einen Holzschemel und eine Spindel mit Wolle
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Maria fragt: "Wie soll das zugehen, da ich von keinem Manne weiß?" (Lukas 1,34). Der Engel antwortet, der heilige Geist werde über sie kommen (Lukas 1,35). Am Ende stimmt sie zu: "Siehe ich bin des HERRN Magd; mir geschehe, wie du gesagt hast" (Lukas 1,38) [2].

Besuch bei Elisabeth und Magnificat

Maria besucht danach ihre Verwandte Elisabeth, die mit Johannes dem Täufer schwanger ist. "Und es begab sich, als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leibe" (Lukas 1,41) [2]. Maria antwortet mit einem Lobgesang, der nach seinem lateinischen Anfangswort Magnificat heißt und in Lukas 1,46 bis 55 steht [1]. Er beginnt mit "Meine Seele erhebt den HERRN" (Lukas 1,46) und "mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilands" (Lukas 1,47) und enthält den Satz "Siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Kindeskinder" (Lukas 1,48) [2]. Mehr über Elisabeth und ihren Sohn steht auf der Seite Johannes der Täufer.

Die Geburt Jesu nach Lukas und Matthäus

Lukas erzählt von der Reise nach Bethlehem und der Geburt dort. Danach heißt es über Maria: "Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen" (Lukas 2,19) [2]. Im Tempel sagt der alte Simeon zu ihr: "und es wird ein Schwert durch deine Seele dringen" (Lukas 2,35) [2]. Als der zwölfjährige Jesus in Jerusalem verloren geht, sucht sie ihn drei Tage: "Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht" (Lukas 2,48) [2].

Matthäus erzählt die Vorgeschichte aus der Sicht Josephs, Maria spricht bei ihm kein Wort [1]. Als Maria "dem Joseph vertraut war, fand sich's ehe er sie heimholte, daß sie schwanger war von dem heiligen Geist" (Matthäus 1,18). Joseph will sie heimlich verlassen, bis ihm im Traum ein Engel erscheint (Matthäus 1,19 bis 20) [2]. Matthäus deutet das Geschehen mit einem Wort aus dem Propheten Jesaja: "Siehe, eine Jungfrau wird schwanger sein und einen Sohn gebären" (Matthäus 1,23) [2]. Beide Geburtsgeschichten vergleicht die Seite Die Weihnachtsgeschichte nach Lukas und Matthäus.

Jungfrau oder junge Frau: Jesaja 7,14

Das Wort, das Matthäus zitiert, steht in Jesaja 7,14, dort in der Lutherbibel "Siehe, eine Jungfrau ist schwanger und wird einen Sohn gebären" (Jesaja 7,14) [2]. Im hebräischen Text steht das Wort "alma". Die englische Wikipedia übersetzt es als junge Frau im gebärfähigen Alter. Die griechische Übersetzung des Alten Testaments, die Septuaginta, gibt es mit "parthenos" wieder, das eindeutig Jungfrau bedeutet. Matthäus greift diese griechische Fassung auf [3].

Nach derselben Quelle bevorzugen die meisten Forscher heute die Übersetzung "junge Frau". Der Artikel ordnet Jesaja 7 in die Lage unter König Ahas ein, an den sich das Wort richtet. Craig A. Evans etwa versteht den Gebrauch bei Matthäus als typologisch, also als Deutung eines älteren Textes auf ein späteres Ereignis. Konservative Christen sahen in der Stelle dagegen eine Vorhersage der Jungfrauengeburt Jesu, und einige englische Bibelübersetzungen schreiben bis heute "virgin" [3].

Während des Wirkens Jesu

In den Berichten über das öffentliche Wirken Jesu tritt Maria selten auf. Bei der Hochzeit zu Kana sagt sie zu Jesus: "Sie haben nicht Wein" (Johannes 2,3). Er antwortet: "Weib, was habe ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nicht gekommen" (Johannes 2,4). Darauf sagt sie zu den Dienern: "Was er euch sagt, das tut" (Johannes 2,5) [2]. Den Namen Maria nennt das Johannesevangelium nirgends, es spricht nur von der "Mutter Jesu" (Johannes 2,1) [1, 2].

Sechs große steinerne Wasserkrüge stehen in einer Reihe an der Wand eines mit Olivenzweigen geschmückten Hofes im Abendlicht
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Bei Markus stehen Mutter und Brüder einmal draußen und lassen Jesus rufen. Er fragt: "Wer ist meine Mutter und meine Brüder?" (Markus 3,33), zeigt auf die Menschen um sich und sagt: "Denn wer Gottes Willen tut, der ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter" (Markus 3,35) [2]. Bei Lukas ruft eine Frau aus der Menge: "Selig ist der Leib, der dich getragen hat" (Lukas 11,27). Jesus antwortet: "Ja, selig sind, die das Wort Gottes hören und bewahren" (Lukas 11,28) [2].

Unter dem Kreuz und in Jerusalem

Nur das Johannesevangelium zeigt Maria bei der Kreuzigung [1]. "Es stand aber bei dem Kreuze Jesu seine Mutter und seiner Mutter Schwester, Maria, des Kleophas Weib, und Maria Magdalena" (Johannes 19,25). Jesus vertraut sie dem Jünger an, "den er liebhatte": "Weib, siehe, das ist dein Sohn!" (Johannes 19,26). Von da an "nahm sie der Jünger zu sich" (Johannes 19,27) [2]. Die deutsche Wikipedia nennt die Deutung, die Szene solle den Lieblingsjünger und die Zuverlässigkeit seiner Überlieferung verankern. Sie sei möglicherweise symbolisch gemeint, weil die anderen Evangelien sie nicht erwähnen [1].

Zum letzten Mal wird Maria nach der Himmelfahrt genannt. Die Jünger beten in Jerusalem "samt den Weibern und Maria, der Mutter Jesus, und seinen Brüdern" (Apostelgeschichte 1,14) [2]. Über ihren Tod sagt das Neue Testament nichts.

Die Brüder und Schwestern Jesu

Markus nennt vier Brüder Jesu mit Namen: Jesus ist "der Zimmermann, Marias Sohn, und der Bruder des Jakobus und Joses und Judas und Simon". Weiter heißt es: "Sind nicht auch seine Schwestern allhier bei uns?" (Markus 6,3) [2]. Lukas nennt Jesus Marias "ersten Sohn" (Lukas 2,7), und Matthäus schreibt, Joseph "erkannte sie nicht, bis sie ihren ersten Sohn gebar" (Matthäus 1,25) [2].

Wie diese Stellen zu verstehen sind, beantworten die Konfessionen verschieden. In katholischer und orthodoxer Sicht waren die Brüder Vettern Jesu oder Kinder Josephs aus einer früheren Ehe. Sie berufen sich darauf, dass das griechische Wort "adelphoi" das zulasse. Andere halten das für unwahrscheinlich, weil das Griechische für Vettern ein eigenes Wort hat, "anepsios". Es steht etwa im Kolosserbrief in Kapitel 4, Vers 10. In neuerer protestantischer Sicht wuchs Jesus mit Vater, Mutter und Geschwistern auf, die Reformatoren sahen das früher anders [1]. Auch aus Matthäus 1,25 ziehen Ausleger unterschiedliche Schlüsse. Manche lesen den Vers so, dass die Ehe nach der Geburt vollzogen wurde. Die katholische und die orthodoxe Kirche lehren dagegen die immerwährende Jungfräulichkeit Marias [1].

Spätere Lehren über Maria

Viele Aussagen über Maria, die heute bekannt sind, stammen aus späterer Zeit. Das Konzil von Ephesos erklärte sie 431 zur "Gottesgebärerin", griechisch Theotokos [1]. Im 19. und 20. Jahrhundert verkündete die katholische Kirche weitere Mariendogmen, 1950 das Dogma von ihrer leiblichen Aufnahme in den Himmel [1]. Die katholische Tradition deutet auch die Frau in Offenbarung 12 auf Maria, die der Text selbst nicht nennt [1].

Das Innere einer stillen frühmittelalterlichen Steinkirche mit runder Apsis, brennenden Kerzen und weichem Licht durch schmale Fenster
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Im Islam ist Maria die einzige Frau, die der Koran mit Namen nennt. Ihr Name steht nach der deutschen Wikipedia in etwa 40 Versen aus sechs Suren, und die 19. Sure trägt ihren Namen [1]. Von ihrem Sohn erzählt die Seite Jesus von Nazareth in den Evangelien, von anderen biblischen Frauen die Seite Frauen in der Bibel.

  1. Maria (Mutter Jesu). Wikipedia. Stand 21.10.2026. abgerufen am 29.10.2026
  2. Organisation Lutherbibel 1912 (deu1912). eBible.org. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  3. Isaiah 7:14. Wikipedia (englisch). Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.